TBV: Großfahrzeuge mit „Toter-Winkel-Assistent“ nachgerüstet

566
Bürgermeister Dirk Lukrafka, Landrat Thomas Hende, Ralf Schefzig, Leiter der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde Mettmann, und TBV-Vorstand Sven Lindemann im "Toten Winkel", der in den nachgerüsteteten Fahrzeugen jetzt per Kamera überwacht wird. Foto: Mathias Kehren

Velbert. Im letzten Vierteljahr sind alle Müll- und Spülfahrzeuge der Technischen Betriebe Velbert (TBV) mit elektronischen Abbiegeassistenzsysteme nachgerüstet geworden. Das System soll Unfälle vermeiden helfen, bei denen sich Personen im sogenannten „Toten Winkel“ aufhalten. Die Kreisverkehrswacht will ihre Anstrengungen erhöhen, insbesondere Kinder auf die die Gefahren aufmerksam zu machen und sucht nach Fahrzeugen, die bei Schulaktionen zur Verfügung gestellt werden. 

In den letzten Monaten sind die Großfahrzeuge der TBV mit einem Abbiegeassistenten nachgerüstet worden. Insgesamt 13 Fahrzeuge verfügen jetzt über eine System, mit dem der Fahrer die rechte Fahrzeugseite von seinem Platz aus „sehen“ kann. Dafür wird das Bild einer kleinen, am Außenspiegel montierten Kamera, auf einen Monitor in der Fahrzeugkabine übertragen. Gefährliche Unfallsituationen insbesondere beim Abbiegen sollen so vermieden werden.

2.000 Euro haben die TBV je Fahrzeugumrüstung investiert. In Bezug auf die Gesamtkosten, ein Müllwagen liegt um die 270.000 Euro, ein Spülfahrzeug bei rund 500.000 Euro, sei die Summe fast schon unerheblich, findet TBV-Chef Seven Lindemann, der sehr froh über die neue Ausstattung ist, denn schließlich müssen die Müllwagen auch in Spielstraßen und Wohngebieten im Einsatz sein. Alle Neufahrzeuge sind schon ab Werk mit dem System ausgerüstet. Damit wollen die TBV zum sicheren Abbiegen beitragen und ihre Beschäftigten bei ihrer Tätigkeit im Straßenverkehr unterstützen.

„Erst im letzten Jahr ist ein 78-Jähriger in Ratingen ums Leben gekommen, weil er im Toten Winkel übersehen wurde“, erinnert Thomas Hendele an die Dringlichkeit, das Problem weiter anzugehen. Einige Speditionen und das THW seien hier schon aktiv, die Anstrengungen könnten aber noch größer sein, meint der Landrat.

Aufkleber an den Fahrzeugen weisen zudem auf die Gefahr durch den Toten Winkel hin. Der Abbiegeassistent ist eine System was Sicherheit bietet. Zusätzlich sollen aber alle Verkehrsteilnehmer und insbesondere die Kinder auf die Gefahr, neben einem LKW übersehen zu werden, aufmerksam gemacht werden.

Deshalb gibt es die Aktion „Toter Winkel“ der Verkehrswacht Mettmann, die auch an Velberter Schulen durchgeführt wird. Dabei wird den Schülerinnen und Schülern die Gefahr näher gebracht, die im Straßenverkehr von Großfahrzeugen ausgehen kann. Dabei können sie erfahren, dass fast eine ganze Schulklasse in den Toten Winkel passt, ohne vom Fahrer gesehen zu werden. Das dürfen sie dann auch selbst testen und in das LKW-Führerhaus einsteigen.

Die Kreisverkehrswacht Mettmann möchte ihre Aktionen an Grundschule gerne ausweiten. Jedoch werden für die Demonstrationszwecke Fahrzeuge benötigt, an denen es oft fehlt. Wer helfen möchte, kann sich an die die Verkehrswacht wenden: http://www.verkehrswacht-mettmann.de.