Freundeskreis Musikschule schreibt offenen Brief an den Bürgermeister

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Der Freundeskreis der Musikschule Mettmann e.V. wendet sich in einem offenen Brief an den Bürgermeister. Logo: Freundeskreis Musikschule Mettmann
Der Freundeskreis der Musikschule Mettmann e.V. wendet sich in einem offenen Brief an den Bürgermeister. Logo: Freundeskreis Musikschule Mettmann

Mettmann. In einem offenen Brief wendet sich der Vorstand des Vereins Freundeskreis Musikschule Mettmann an Bürgermeister Thomas Dinkelmann:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dinkelmann,

als „Freundeskreis der Musikschule Mettmann e.V.“ und als Vertreter vieler Schüler/innen der Musikschule und ihrer Eltern liegt uns die Arbeit der Musikschule sehr am Herzen. Wir beobachten mit großer Sorge die aktuelle Situation, die durch die unsichere Vertragslage bei dem größten Teil der Musikschullehrkräfte bestimmt ist. Schon vor 10 Monaten berichtete die Mettmanner Presse alarmierend über die Absicht der Stadtverwaltung, die befristeten Arbeitsverträge von ca. Dreiviertel der Lehrkräfte zu kündigen und sie nur noch als Freie Mitarbeiter mit Honorarvertrag einzusetzen.

Die Beschäftigung als Honorarkraft spiegelt in keiner Weise die Arbeitsabläufe, wie sie in der Musikschule stattfinden, wieder. Rund 1300 Schülerinnen und Schüler werden z.Z. von 27 Lehrkräften unterrichtet. In den letzten Jahren hat die Musikschule ihr Angebot erheblich durch Kooperationen mit allen Mettmanner Grundschulen, mit Kitas, Ogatas, KHG, HHG und dem Förderzentrum West erweitert und ist als Bildungspartner gefragt und geschätzt.
So ist z.B. das große JeKits-Programm an allen Grundschulen angelaufen, in dem z.Z. ca. 430 Kinder mit Musik- und Instrumentalunterricht, Chor-, Tanz- und Orchesterarbeit erreicht werden.
Diese hochwertigen Angebote sind durch eine Umstellung auf Honorarverträge gefährdet. Dafür werden festangestellte Lehrkräfte benötigt, da die Durchführung der Tätigkeit durch Freie Mitarbeiter arbeitsrechtlich nicht zulässig ist.

Ihrer eigenen Entscheidung, sehr geehrter Herr Bürgermeister, das JeKits-Programm in allen Grundschulen durchzuführen, muss nun auch Ihre Entscheidung für die adäquate tarifliche Anstellung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Musikschule folgen.

Es besteht daher dringender Handlungsbedarf, denn die befristeten Verträge werden in den nächsten Monaten auslaufen. Die JeKits-Arbeit und auch die Führung des Jugendorchesters Mettmann können so nicht mehr fortgesetzt werden.

Bitte lassen Sie nicht zu, dass das Angebot der Musikschule in Ihrer Amtszeit verarmt. Die Musikschule trägt viel dazu bei, dass Mettmann eine Stadt ist, in der die Menschen gerne leben. Die Musikschule ist ein wunderbares Angebot für Menschen, die hier heranwachsen.
Wenn Sie nicht handeln, droht die Stadt Mettmann hochqualifizierte Fachkräfte zu verlieren. Falls eine weitere befristete Anstellung rechtlich nicht mehr möglich ist, könnten ca. Dreiviertel der Musikschullehrkräfte in naher Zukunft in die Arbeitslosigkeit kommen und Mettmann verlassen.

Wir fordern Sie zu einer öffentlichen Stellungnahme zu den o.g. Problemen und zu folgenden Fragen auf:

  • Was tun Sie, um die Arbeit der Musikschule mit all ihren breitgefächerten Aufgaben zu erhalten und zu stärken?
  • Was tun Sie, um der Musikschule und allen Kooperationspartnern Planungssicherheit für die Zukunft zu geben?
  • Was tun Sie, um den betroffenen Lehrkräften eine Perspektive zu geben, sie vor der Arbeitslosigkeit zu schützen, sie in Mettmann zu halten?
  • Was tun Sie, um unseren Kindern die Möglichkeit der kulturellen Bildung zu erhalten?
  • Was tun Sie, um den Bürger/innen auch weiterhin die Möglichkeit zu geben, die vielfältigen Konzertangebote der Musikschule zu nutzen?
  • Was tun Sie, um die politischen Entscheidungsträger/innen für den Erhalt und die Stärkung der Musikschule zu gewinnen?

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Lucia Lima Brendel                  Karl-Heinz Kensche                       Ulrich Behrens
1.Vorsitzende                                 2.Vorsitzender                               Schatzmeister“