Lebensretter für 13-Jährigen gesucht

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Der 13-jährige Baran braucht einen passenden Stammzellspender. Foto: Filis Özen
Der 13-jährige Baran braucht einen passenden Stammzellspender. Foto: Filis Özen

Velbert. Am Sonntag, 14. April, von 13 bis 17 Uhr findet in Velbert eine Typisierungsaktion für Stammzellspender beim IGMG Ortsverein Velbert, Langenberger Straße 21 a, statt. Der 13-jährige Baran leidet an einer schweren Immunerkrankung und braucht einen passenden Spender, um überleben zu können.

„Topluluk“ ist das türkische Wort für Gemeinschaft. Die schwere Immunerkrankung des 13-jährigen Barans schweißt Familie, Freunde, aber auch andere, weit über die Region hinaus zusammen. Alle wissen, Baran kann nicht alleine kämpfen. Aber wenn alle zusammenhalten, hat er eine Chance. Sie suchen für ihn einen genetisch passenden Stammzellspender. Mehr als 1.900 Menschen haben sich bereits typisieren lassen. Der nächste Termin ist am Sonntag in Velbert. Dort ruft der Verein IGMG Ortsverein Velbert in Zusammenarbeit mit der Stefan-Morsch-Stiftung, zur Typisierung auf. Es wird auch über die Chancen informiert, mit einer Stammzellenspende Leben zu retten. 

Die Unterstützung für Baran breitet sich immer weiter aus. Die Familie startete Aufrufe in Bottrop, Essen und Bielefeld, mehrere Moscheengemeinden und Unternehmen in NRW, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein rufen ihre Mitglieder zur Typisierung auf. Jetzt auch im Kreis Mettmann: Der IGMG Ortsverein Velbert e. V. sucht am Sonntag mit der Stammzellspenderdatei aus Birkenfeld/Nahe für den 13-Jährigen und Patienten wie ihn Lebensretter. Mehr als 1900 Menschen haben sich bis jetzt registriert. Mit jedem einzelnen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass für Baran und andere Patienten ein passender Lebensretter gefunden wird. „Wir haben Angst um Baran und sind dankbar für die unfassbar große Hilfsbereitschaft“, erzählt Barans Cousine, Meryem Kekec. Aber die Suche ist noch nicht am Ziel.

Fußball, schwimmen, Taekwondo – das sind Barans Hobbies. Seit Anfang des Jahres darf er nicht mehr ins Training, auch nicht in die Schule oder einfach mal seine Freunde treffen. „ITK-Defizienz“ heißt der Grund, eine angeborene Immunschwäche. Gegen Krankheitserreger kann sich Barans Körper kaum wehren. „Seine Lebensfreude hat Baran noch nicht verloren“, erzählt die Familie. „Er sagt gerne seine Meinung, macht Witze – aber er vermisst seine Freunde, sogar die Schule. Wir wollen ihm sein altes Leben zurückgeben. Aber wir brauchen einen Menschen, der uns dabei hilft – einen passenden Stammzellspender!“ Mit der Transplantation gesunder Stammzellen könnte Baran ein neues – gesundes Immunsystem bilden.

Um Menschen wie Baran zu helfen, können sich Erwachsene bis 40 Jahre registrieren. Mit dem Einverständnis der Eltern geht das ab 16 Jahren. Unter www.stefan-morsch-stiftung.de kann man sich auch online registrieren.

Auch Geldspenden werden gebraucht. Denn für jede Registrierung entstehen der Stefan-Morsch-Stiftung Kosten von 40 Euro. Das finanziert die Spenderdatei mithilfe von Spendengeldern.
Spendenkonto „Hilfe für Baran“ Kreissparkasse Birkenfeld IBAN: DE76 5625 0030 0000 2222 24 SWIFT‐BIC: BILADE55XXX

Wie funktioniert eine Stammzellspende?

Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme entnehmen Mediziner die Stammzellen aus dem Beckenknochen des Spenders. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.

Stefan-Morsch-Stiftung

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld ist die erste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. So werden täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der stiftungseigenen Spenderdatei von mehr als 450 000 potentiellen Lebensrettern weltweit vermittelt. Die Stiftung ist Mitglied der Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD).