„Ohrenschutz“ für Wülfrather Badegäste

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Baustelle Schwimmhalle: Die
So sah die Baustelle Schwimmhalle aus.

Wülfrath. Die Schwimmhalle an der Goethestraße ist ebenso gesperrt wie die Sporthalle. Der Grund sind Bauarbeiten.

War es nicht gerade erst, dass sich die Schwimmmannschaften des Turnerbundes Wülfrath und der Partnerstadt Ware in ihrem Wettkampf gemessen haben? Dass ohrenbetäubender Lärm der Anfeuerungsrufe die Schwimmhalle erfüllte? Das war am Anfang der Ferien, keine zwei Wochen her. Jetzt ist das Hallenbad an der Goethestraße in Wülfrath, genannt „Wülfrather Wasser Welt“, eine Baustelle. Und genau um den Lärm geht es.

Dass es in Schwimmbädern laut sein kann, dürften viele Menschen im Ohr haben. In Wülfrath wird der – arbeitsrechtlich zulässige – Grenzwert von 80 Dezibel deutlich überschritten. Zwischen den Fliesen, der Decke und den Fensterscheiben spielen die Schallwellen „Pingpong“, erklärt der Chef des Hallenbades, Betriebsleiter Gerd Höhndorf. Das hat einen Grund: Im Jahr 2000, als nach dem Dacheinsturz einer Schwimmhalle in Bad Reichhall landesweit viele Decken überprüft wurden, ist die alte Akustikdecke in Wülfrath aus Sicherheitsgründen ausgebaut worden. Seitdem ist es für die Schallwellen noch leichter mit dem „Pingpong“.

Überblick: Gerd Höhndorf und Sandra Leidig-Diekmann auf dem Drei-Meter-Brett.
Überblick: Gerd Höhndorf und Sandra Leidig-Diekmann auf dem Drei-Meter-Brett.

Aus Gründen des Arbeitsschutzes wird jetzt eine neue Akustikdecke eingebaut, erklärt Architektin Sandra Leidig-Diekmann vom Hochbauamt der Stadt Wülfrath. Das dürfte nicht nur den Ohren der acht Mitarbeiter der Schwimmhalle guttun, sondern auch den Badegästen, von denen es mehr als 52.000 im vergangenen Jahr gab.

Arbeiter sind damit beschäftigt, eine Unterkonstruktion anzubringen, in die die Dämmplatten eingehängt werden.

Am Tag nach dem Wettkampf Wülfrath-Ware ist die Schwimmhalle geschlossen worden. Bretter bedecken jetzt das Schwimmbecken, nur die Griffe von den Ein- und Ausstiegen blicken heraus. Auf der einen Arbeitsbühne stehen zwei Männer, die die Unterkonstruktion für die neue Akustikdecke installieren, in die anschließend schalldämmende Platten von 60 mal 120 Zentimetern eingehängt werden.

Auch eine neue Beleuchtung bekommt die Schwimmhalle. Rechts der Strahler mit LED-Technik.
Auch eine neue Beleuchtung bekommt die Schwimmhalle. Rechts der Strahler mit LED-Technik.

Auf einer anderen Bühne sind zwei weitere Arbeiter damit beschäftigt, die neue Beleuchtung für das Bad anzubringen. LED-Technik statt greller Neonröhren.

60.000 Euro soll die neue Akustikdecke kosten, 20.000 Euro sind für die neue Beleuchtung eingeplant. Darüber hinaus werden auch Duschen und Umkleiden repariert und die Technik für das Becken überprüft. Bis Mitte Mai dürften die Arbeiten dauern, schätzen Höhndorf und Leidig-Diekmann. So genau können sie das heute noch nicht absehen.

Kabelsalat im Foyer: Ein Techniker versucht zu entwirren.

Noch eine Baustelle gibt es im Haus: Im Foyer von Schwimm- und Sporthalle hängt ein Wust von Kabeln von der Betondecke. Unvorstellbar, sich darin zurechtzufinden. Genau das aber versuchen Elektriker derzeit. Aus Brandschutzgründen ist die alte Holzdecke aus Foyer und Treppenhaus verschwunden. Jetzt hängen die Kabel, die seit dem Bau in den Siebzigern in den verschiedenen Jahrzehnten eingebracht wurden, wild durcheinander.

Sollten die Techniker tatsächlich einmal Ordnung in dieses Durcheinander bringen können, werden die verbleibenden erforderlichen Kabel in feuersichere Schächte unter der Betondecke verlegt, so dass die Sporthalle vermutlich zum 6. Mai wieder in Betrieb genommen werden kann. Eine neue Decke, den Anforderungen des aktuellen Brandschutzes entsprechend, wird später eingebaut.