Großeinsatz gegen organisierte Kriminalität: Polizei führt Razzien durch

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Verdacht des illegalen Glücksspiels an einem Spieltisch. Foto: Polizei
Verdacht des illegalen Glücksspiels an einem Spieltisch. Foto: Polizei

Kreis Mettmann. In der Nacht von Samstagabend zu Sonntagmorgen, 28. April, hat die Polizei im Kreis Mettmann Razzien am Immigrather Platz in Langenfeld durchgeführt. Der koordinierte Großeinsatz mehrerer Behörden hat im Rahmen der „Politik der kleinen Nadelstiche“, in der Bekämpfung der Rocker- und Clan-Kriminalität, stattgefunden.

Im Rahmen der landesweit praktizierten „Null-Toleranz-Strategie“ der Polizei NRW, mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften der Kreispolizeibehörde Mettmann, des Landeskriminalamtes NRW, der Hauptzollämter Düsseldorf und Duisburg sowie der kommunalen Ordnungsbehörden der Stadt Langenfeld, wurden in der Langenfelder Innenstadt bereits zum wiederholten Mal gezielt ausgesuchte Gastronomiebetriebe, eine Spielhalle und zwei (Shisha-)Bars sowie dabei angetroffene Personen und Fahrzeuge kontrolliert.

Schwerpunkt des Einsatzes war dabei auch diesmal wieder der Immigrather Platz, der seit August 2018 als „gefährlicher Ort“ nach dem Polizeigesetz ausgewiesen ist und seitdem im besonderen Fokus des aktuellen Sicherheitsprogramms der Kreispolizeibehörde Mettmann steht.

Dort treffen sich nach Angaben der Polizei „immer wieder Personen zu Gruppen, deren Handlungsfelder wesentlichen Kriterien des Phänomens organisierter Kriminalität ähneln oder dieser bereits zugeordnet werden können“. Weiter heißt es: „Sie sehen Kriminalität als akzeptiertes Mittel zur Entwicklung vermeintlich erfolgreicher Lebensentwürfe an. Sie treten in Form von rockerähnlichen Verbindungen, in Teilen unter bewusster Ausnutzung gemeinsamer familiärer oder ethnischer Herkunft auf. Mitglieder solcher Gruppen haben meist schon eine kriminelle Vergangenheit, besonders im Bereich der Gewaltkriminalität vorzuweisen“.

Polizeiliche Zielrichtung der Ausweisung des Immigrather Platzes als „gefährlicher Ort“ sei es deshalb, durch umfassende Kontrollmaßnahmen die dort vorwiegend in Abendstunden und an Wochenenden Agierenden, bei denen es sich nach Polizeiangaben „sehr oft um Angehörige und nahestehende Personen von arabischen Großfamilien und auch von Rockergruppierungen handelt“, von der Verabredung und Vorbereitung von Straftaten mit erheblicher Bedeutung abzuhalten.

Sichergestellte Beweismittel des Zoll

Gleichfalls sollen die hier auftretenden Personen aus ihrer tarnenden Anonymität geholt werden, wenn sie sich auf dem Platz oder in den umliegenden Spielotheken, Shisha-Bars, Cafés und Wettbüros aufhalten. Und auch weitere Kontrollen an besonders ausgesuchten, ebenfalls vergleichbaren Objekten in der Langenfelder Innenstadt, dienen schwerpunktmäßig dem gleichen strategischen Ziel der Polizei, bisher schon erkannte kriminelle Strukturen weiter aufzuhellen und diese gezielt zu bekämpfen.

In der Zeit von 22 bis 02.30 Uhr wurden insgesamt fünf Lokalitäten am Immigrather Platz und eine weitere an der Richrather Straße in Langenfeld-Mitte kontrolliert. Hierbei trafen die rund 50 Einsatzkräfte auf insgesamt etwa 90 Gäste, die ebenso überprüft wurden, wie auch vereinzelter Fußgänger- und Fahrzeugverkehr am Immigrather Platz. Hierbei konnten neben polizeilichen Aufgaben zugleich Maßnahmen der Gewerbe- und Bauaufsicht, der Spielhallenüberwachung, zum Ausländer-, Melde-, Aufenthalts- und Arbeitsrecht, zur Einhaltung von Sozialbestimmungen und Arbeitsschutz, zum Steuerrecht sowie zum Kampf gegen Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und Leistungsmissbrauch erfolgen.

Die erste Bilanz des Schwerpunkteinsatzes:

  • Allein am Immigrather Platz kontrollierten die Einsatzkräfte im
    Einsatzverlauf insgesamt 75 Personen.
  • Der Zoll stellte an allen Objekten insgesamt mehrere Kilogramm
    unversteuerten bzw. nicht zum Handel freigegebenen Shisha-Tabak
    sicher. Neben steuerrechtlichen Verstößen wurden zugleich auch
    mehrere Fälle illegaler Beschäftigung und/oder von
    Leistungsmissbrauch geahndet.
  • Das Ordnungsamt der Stadt Langenfeld stellte im Einsatzverlauf
    insgesamt 14 Verstöße gegen baurechtliche Bestimmungen, das
    Nichtraucherschutz- sowie das Kreislaufwirtschaftsgesetz fest.
  • Die Polizei stellte Betäubungsmittel, eine verbotene Waffe und
    einen Spieltisch sicher, denn in einem als Gaststätte
    konzessionierten Betrieb trafen die Einsatzkräfte auf eine Spielrunde
    beim illegalen Glücksspiel.

Insgesamt haben die Behörden im Einsatzverlauf elf Strafanzeigen verfasst, davon drei durch die Polizei und acht durch den Zoll. Weitere 20 Anzeigen entfielen auf Ordnungswidrigkeiten, zudem sprach die Polizei zwei Verwarnungsgelder aus.

Alle im Einsatz zusätzlich gewonnenen Erkenntnisse sollen in den kommenden Tagen weiter zusammengetragen und analysiert werden. Sie dienen dann insbesondere der Polizei dazu, die bis heute schon erkannten kriminelle Strukturen in und rund um die überprüften Orte weiter aufzuhellen.

Auch in Zukunft will die Polizei eine erhöhte Präsenz zeigen, sowohl am Immigrather Platz als auch an Shisha-Bars und Wettbüros im weiteren Langenfelder Stadtbereich. Unter anderem wolle die Polizei damit „sowohl das subjektive als auch das objektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung“ stärken.