Epilepsie, Schlaganfall und Multiple Sklerose bei Kindern

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Dr. Sören Lutz, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Helios-Klinikum Niederberg Foto: Helios

Velbert. Auch Kinder und Jugendliche können von Schlaganfällen, Epilepsie und Multipler Sklerose betroffen sein. Dr. Sören Lutz, Experte für Neuropädiatrie, klärt im nächsten Medizinforum am Dienstag, 29. Oktober, ab 18 Uhr, im Helios-Klinikum Niederberg, Robert-Koch-Str. 2, über Behandlungsmethoden dieser Krankheiten auf.

In Deutschland erleiden pro Jahr ca. 300 bis 500 Kinder einen Schlaganfall. Mittlerweile betrifft jeder 20. Schlaganfall ein Kind oder einen Jugendlichen. Am häufigsten erkranken Kinder im Vorschulalter. Jungen sind etwas häufiger als Mädchen betroffen, so das Helios-Klinikum.

„Der Begriff Schlaganfall bezeichnet Durchblutungsstörungen im Gehirn, die unterschiedliche Ursachen haben können. Nicht nur Erwachsene, sondern auch Jugendliche, Kinder, Neugeborene und sogar Ungeborene können einen Schlaganfall erleiden“, weiß Dr. med. Sören Lutz, Kinderneurologe und Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Helios-Klinikum Niederberg. Allerdings sind die Ursachen für die jeweiligen Durchblutungsstörungen bei Erwachsenen zumeist andere als bei Nicht-Erwachsenen.

Auch Epilepsie bei Kindern ist keine Seltenheit: Krampfanfälle zählen zu den häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Bei einem epileptischen Anfall ist vorübergehend die Funktion des Gehirns in einer bestimmten Region oder insgesamt (generalisierter Anfall) gestört. „Die Anfälle können scheinbar aus dem Nichts heraus entstehen. Häufig werden sie aber durch Auslöser getriggert wie flackerndes Licht oder auch Schlafmangel“, erklärt Dr. Lutz. Bei Kindern wie Erwachsenen können eine genetische Veranlagung, Hirnverletzungen sowie Grunderkrankungen, wie zum Beispiel eine Hirnhautentzündung oder Stoffwechselstörungen, Grund für epileptische Anfälle sein. Manchmal lässt sich aber auch keine Ursache für die Epilepsie finden. Mit Medikamenten lassen sich die Krampfanfälle meist gut behandeln.

Im Unterschied zur Multiple Sklerose (MS) bei Erwachsenen äußert sich die Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen fast immer in Schüben, berichtet Helios. Zwischen diesen Schüben bilden sich die Symptome zurück – teilweise sogar vollständig. Allerdings treten diese Schübe häufiger auf als bei Erwachsenen, sie folgen dichter aufeinander. Bei der Hälfte der Betroffenen verschlechtert sich der Zustand ungefähr 20 Jahre nach Krankheitsausbruch zunehmend.

Die Teilnahme am Medizinforum ist kostenfrei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich.