Historisches Velbert: Ausflugsziele, Stadtflair und schöne Kindheitserinnerungen

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Geschichtsvereinsvorsitzende Jutta Scheidsteger und Stadtarchivar Christoph Schotten haben die Historischen Beiträge, Band 30, vorgestellt. Foto: Mathias Kehren
Geschichtsvereinsvorsitzende Jutta Scheidsteger und Stadtarchivar Christoph Schotten haben die Historischen Beiträge, Band 30, vorgestellt. Foto: Mathias Kehren

Velbert. Ausflugsziele, Kindheit im alten Velbert, Stuckfassaden aus der Gründerzeit und die Erinnerung an die Pogromnacht vor 80 Jahren sind die Themen im neuen Band der Historische Beiträge, den der Geschichtsverein Abteilung Velbert-Hardenberg in Kooperation mit der Stadt Velbert herausgegeben hat.

„Ab ins Grüne“ ist die Überschrift über Christoph Schottens Beitrag, in dem der Stadtarchivar frühere Gaststätten und Ausflugsziele in Velbert und Umgebung recherchiert hat. Auf historischen Ansichtskarten, die im Buch abgedruckt sind lässt sich der Reiz der Ausflugsziele gut nachvollziehen, die einst Velberter, Langenberg und Nevigeser ansteuerten. Beschrieben sind unter anderem das Restaurant am Schützenwald in Velbert, die „Gastwirtschaft am Acker“ in der Nähe von Langenberg und die Tönisheider Gaststätte „Am Keffhäus’chen“.

Der „Kindheit im alten Velbert“ hat Friedhelm Kopshoff sein Kapitel gewidmet. „Die Zahl der Autos war noch gering, die der Kinder dagegen so groß, dass an Spielkameraden kein Mangel herrschte“, stellt der Historiker in seinem Rückblick auf die 1930er Jahre fest. „Zur Schule ging man selbstverständlich zu Fuß und die Lehrer waren noch Respektspersonen“, berichtet Kopshoff aus einer Zeit die gerade mal 90 Jahre zurückliegt.

Yvonne Gönster sind als Zugezogene die schönen Stuckfassaden aufgefallen, die erst beim „Blick nach oben“ ins Auge fallen. „Die mehrgeschossigen Bauten der Gründerzeit brachten städtisches Flair in die Stadt“, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Schloss- und Beschlägemuseums über die Velberter Stadtentwicklung. Was heute noch davon zu sehen ist, mag selbst Einheimische, die einmal aufmerksam durch die Straßen gehen, noch zu überraschen, weiß Gönster, die auch schon Führungen dazu veranstaltet hat.

„Das Thema jüdische Geschichte in Velbert ist nach wie vor aktuell“, sagt Schotten. Erst letztes Jahr seien Besucher aus Dänemark im Stadtarchiv gewesen, um die Geschichte ihrer Vorfahren zu ergründen. Aus Anlass der Pogromnacht vor 80 Jahren hat Frank Overhoff ein eigenes Kapitel verfasst. Darin formuliert er eine Art Merkzettel zum Umgang mit den Geschehnissen während der Herrschaft des Nazi-Regimes in Deutschland. Seine Folgerungen stehen dabei unter der Forderung Theodor W. Adornos an Erziehung: „Das Auschwitz nicht noch einmal sei“.

Die Historischen Beiträge Band 30 gibt es im Stadtarchiv im Rathaus, Thomasstraße, und beim Scala-Verlag, Werdender Str. 45, zum Preis von 8,50 Euro.