Regiobahn: Zunächst ohne Strom bis Wuppertal

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Im Spätsommer 2020 soll die neue Strecke von Mettmann-Stadtwald (Foto) nach Wuppertal eröffnet werden
Zum Fahrplanwechsel im Dezember soll die Regiobahn von Mettmann Stadtwald weiter bis nach Wuppertal fahren - vorerst aber ohne Elektrifizierung. Foto: Hans-Joachim Kling

Mettmann/Wülfrath. Die Betriebsaufnahme von Mettmann Stadtwald bis Wuppertal Hbf ist für den Fahrplanwechsel 12./13. Dezember geplant. Die geplante Elektrifizierung des Streckennetzes kann aber vorerst nicht vorgenommen werden. Das teilt die Regiobahn mit. Sie schreibt:

Die Güterzugstrecke vom bisherigen Endhaltepunkt der S 28 Mettmann Stadtwald bis
zum Güterbahnhof Dornap Hahnfurth wurde in den vergangenen Jahren zweigleisig
ausgebaut und der eingleisige Lückenschluss zwischen Dornap Hahnenfurth und dem
Abzweig Dornap (Einschleifung in die Strecke der S 9) wurde als Neubau hergestellt,
um damit den Betrieb der Regiobahn (S 28) nach Wuppertal Hbf zu ermöglichen.

Insgesamt beträgt die Streckenlänge von Mettmann Stadtwald bis zur Einschleifung in
die Strecke der S9 rund sieben Kilometer.

Zur Einbindung der Signaltechnik ist der Bau eines neuen elektronischen Stellwerks
erforderlich. Die Inbetriebnahme der Signaltechnik und des Stellwerks ist für den
Sommer 2020 in zwei Zeitfenstern geplant.

Für die Inbetriebnahme sind Streckensperrungen zwischen Mettmann Stadtwald – Düsseldorf Gerresheim sowie Kaarster See – Neuss Hbf erforderlich. In dieser Zeit werden Busse den Betrieb übernehmen.

Die geplante Elektrifizierung des Regiobahn-Streckennetzes mit einem Umfang von
rund 45 Oberleitungskilometern kann vorerst nicht realisiert werden, da sowohl kein
Planfeststellungsbescheid der Regiobahn GmbH vorliegt, als auch kein Angebot auf die
Ausschreibung zur Erstellung der Oberleitungsanlagen zum Ende letzten Jahres
abgegeben wurde.

Insgesamt werden in den Streckenum- und ausbau etwa 100 Millionen Euro investiert.
Davon sind rund 70 Millionen Euro Fördermittel von Bund und Land. Zu den
Umbaumaßnahmen gehört auch die Errichtung des neuen Haltepunkts „Hahnenfurth-
Düssel“. Im unmittelbaren Bereich dieser Verkehrsstation, die über einen 85 Meter
langen Bahnsteig verfügt und dem Design der bereits acht eigenen Verkehrsstationen angepasst ist, wurde ein P+R-Platz mit 78 PKW-Stellplätzen gebaut. Die Station verfügt
auch über Fahrradabstellplätze und wird zukünftig durch regionale Buslinien
angebunden.

Die vom Aufgabenträger VRR neu bestellten elektrisch angetriebenen Fahrzeuge der
Firma Stadler können wegen der nicht fertig gestellten Oberleitungsanlage auf dem
Teilstück Mettmann Stadtwald – Wuppertal Hbf, sowie ab Dezember 2021 ebenfalls
geplant, auch im gesamten Regiobahn-Schienennetz (vom Kaarster See bis nach Neuss
Hbf und von Düsseldorf – Gerresheim zum Abzweig Dornap) nicht eingesetzt werden.

Insoweit wird derzeit mit Hochdruck an einer Interimslösung gearbeitet, die eine
Betriebsaufnahme zum Dezember 2020 auf dem infrastrukturell fertiggestellten, aber
nicht elektrifizierten Streckenabschnitt von Mettmann Stadtwald nach Wuppertal
ermöglicht.

Parallel wird unter Federführung des VRR in Ergänzung zur Oberleitungsanlage der
Einsatz alternativer Antriebsarten (Hybrid („Batterie-Elektrisch“) oder „Wasserstoff-
Elektrisch“) ergebnisoffen untersucht. Der Entscheidungsprozess wird sich noch über
das Jahr 2020 erstrecken.