Corona-Krise: Video von Velberts Bürgermeister

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Velberts Bürgermeister Dirk Lukrafka wendet sich an die Bevölkerung. Foto: Mathias Kehren
Velberts Bürgermeister Dirk Lukrafka wendet sich an die Bevölkerung. Foto: Mathias Kehren

Velbert. Corona-Virus: Bürgermeister Dirk Lukrafka hat sich mit einer Videobotschaft an die Mitbürgerinnen und Mitbürger gewandt. (https://www.velbert.de/aktuelles/aktuelle-themen/video-botschaft-corona-virus/) Im Wortlaut heißt es darin:

Liebe Velberterinnen und Velberter!

Erst einmal ganz herzlichen Dank dafür, dass ich ganz viele Mitteilungen, Hinweise und Kommentare gestern und heute von Ihnen erhalten habe, die wir natürlich aufnehmen und soweit es in unserer, auch in meiner Macht steht, nachgehen werden.

Aber ich möchte den Dank gerne ausweiten auf diejenigen, die momentan dafür sorgen und daran arbeiten, dass unser Gemeinwesen weiter funktioniert. Wir haben den Gesundheitsbereich, die Menschen, die in den Krankenhäusern, in Gesundheitseinrichtungen, Pflegeeinrichtungen arbeiten, Pflegerinnen und Pfleger, Krankenschwestern, Ärztinnen und Ärzte. Darüber hinaus natürlich die Kolleginnen und Kollegen der Feuerwehr, des Rettungsdienstes. Dann diejenigen, die in Pflegestellen tätig sind, diejenigen die dafür sorgen, dass wir immer noch pünktlich unsere Post erhalten und Pakete und die Menschen, die auch im Einzelhandel daran arbeiten, dass wir täglich mit dem Notwendigsten versorgt werden.

Das ist nicht selbstverständlich und es sind oft Berufe, die vielleicht nicht so anerkannt sind. Wir haben gemerkt, dass auch gerade in den letzten Jahren der Respekt für diese Berufsbilder zum Teil nachgelassen hat. Ich denke, es ist momentan ein guter Augenblick, noch einmal in sich zu gehen und darüber nachzudenken, wie wertvoll diese Berufe für unser Leben sind.

Darüber hinaus haben wir nun auch im Einzelhandel eine Reihe von Einschränkungen. Wir werden alle Geschäfte ab dem heutigen Tag schließen, mit einzelnen Ausnahmen. In der Erlasslage des Landes NRW gibt es einzelne Geschäfte, die auf jeden Fall aufzuhalten sind. Dazu gehören die Geschäfte des Lebensmitteleinzelhandels, die Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Friseure, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-und Gartenbau, Tierbedarfsmärkte und der Großhandel.

Alle anderen sind mit dem heutigen Tag zu schließen. Das betrifft den Einzelhandel bis auf Dienstleister und Handwerker, die natürlich weiter arbeiten, weil sie auch wichtig sind. Damit unser Gemeinwesen und unser Leben auch in eingeschränkten Bahnen weitergehen.

Dazu kommt, dass mit dem heutigen Tag auch für die Gesundheitseinrichtungen, Vorsorge, Rehabilitationseinrichtungen, die Besuche einzuschränken sind. Dort kann niemand mehr ungehindert in die Häuser gehen, sondern es gibt Besuchsverbote oder respektive Einschränkungen für die Zahl der Besuche.

Darüber hinaus gilt mit dem heutigen Tag, dass Restaurants und Speisegaststätten frühestens ab 6 Uhr öffnen dürfen und um 15 Uhr zu schließen sind.

Außerdem gilt eine Schließung der Messen, Ausstellungen, Freizeit- und Tierparks. Die Anbieter von Freizeitaktivitäten haben ihre Arbeit ebenfalls einzustellen. Dazu kommt, dass wir auch unsere Bolzplätze nicht mehr aufrechterhalten können. Dies gilt auch für unsere Spielplätze.

Ich weiß, dass die Übernachtungsangebote zu touristischen Zwecken in Velbert keine Marginalie sind, aber auch diese können mit dem heutigen Tag nicht mehr angeboten werden und sind zu untersagen.

Darüber hinaus gibt es etwas, dass man sich sicherlich auch vor einigen Tagen noch nicht hat vorstellen können –eine Einschränkung der Versammlungsfreiheit. Auch die Versammlung von Menschen unter freiem Himmel ist grundsätzlich untersagt.

Wir haben momentan dadurch eine tiefgreifende Einschränkung des öffentlichen und privaten Lebens. Die Spiel- und Bolzplätze tun gerade bei dem heutigen Wetter besonders weh, denn alle, die Kinder haben und dazu gehöre ich auch, versuchen an solchen Tagen rauszugehen und die Spielplätze zu nutzen.

Und deswegen meine ganz eindringliche Bitte an Sie: Nehmen Sie das Verbot ernst! Suchen Sie die Spielplätze, die Bolzplätze bitte nicht auf. Versuchen Sie mit Ihren Kindern möglichst soziale Kontakte zu meiden. Versammeln Sie sich nicht mit vielen anderen Angehörigen Ihrer Familie und achten Sie auf die Schwächeren der Gesellschaft.

Ich bin mir sicher, dass ganz viele von Ihnen und von uns in den nächsten Tagen in die schöne Natur und Landschaft von Velbert gehen werden, in die Wälder, in die Parks und einfach die Wege nutzen, die an den Feldern vorbeiführen. Auch da meine Bitte: Wenn Sie das tun, nehmen Sie bitte Ihren Müll wieder mit, denn wir möchten natürlich, dass auch bei einer erhöhten Nutzung in der nächsten Zeit diese Plätze und die Wälder und die Natur so bleiben, wie sie momentan ist.

Wir in Velbert arbeiten momentan jeden Tag daran, die Erlasslage umzusetzen. Ich weiß, das ist schwierig nachzuvollziehen – für den einen oder anderen – und wir haben auch gestern gemerkt, dass nicht jeder in Velbert das verinnerlicht hat.

Heute merkt man schon im Bild der Stadt, dass viel weniger Menschen nach draußen gehen, dass viel weniger die Innenstadt aufgesucht haben, die gastronomischen Angebote aufgesucht haben und deswegen auch meine Bitte an Sie am heutigen Tag: Nehmen Sie das ernst!

Die Fallzahlen steigen, die Verdachtsfälle der möglichen Erkrankungen steigen im Kreis Mettmann und auch in Velbert. Die Zahlen nehmen von Tag zu Tag zu.

Insofern seien Sie bitte vorsichtig, passen Sie auf sich auf, achten Sie auf Ihre Gesundheit und auf die Ihrer Liebsten. Aber achten Sie auch auf die Gesundheit derjenigen, die Sie nicht gut kennen. Seien Sie solidarisch.

Noch einmal ein ganz eindringlicher Aufruf an Sie: Meiden Sie die Kontakte zu anderen und halten Sie Abstand. Das gilt auch im Einzelhandel, der noch geöffnet ist. Sehen Sie zu, dass Sie dort auch den Bitten der Verkäuferinnen und Verkäufer nachkommen, dass Sie auf andere, die in die Geschäfte gehen, Rücksicht nehmen und etwas Abstand halten, damit die Ansteckungsgefahr verringert wird.

Wir sind für Sie da. Haben Sie weiterhin Vertrauen in uns und in mich. Wir halten Sie natürlich weiter auf dem Laufenden über die Dinge, die noch folgen werden und das, was in der Stadt Velbert passiert.

Ich danke Ihnen. Bleiben Sie gesund und uns gewogen.

Alles Gute

Ihr Bürgermeister Dirk Lukrafka