Bürgermeister Lukrafka: „Mit den Lockerungen verantwortlich umgehen“

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Velberts Bürgermeister Dirk Lukrafka Foto: Mathias Kehren
Bürgermeister Dirk Lukrafka Foto: Mathias Kehren

Velbert. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes NRW hat heute eine neue Rechtsverordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie veröffentlicht, die am Monatg, 20. April, in Kraft tritt. Bürgermeister Dirk Lukrafka nimmt Stellung zu den anstehenden Veränderungen und appelliert an die Bürgerinnen und Bürger verantwortlich mit den Lockerungen umzugehen.

Die Lockerung der Maßnahmen bezüglich der Eindämmung des Coronavirus sind zunächst wohl für alle Bürgerinnen und Bürger erfreulich. Auch Bürgermeister Drik Lukrafka freut sich  daürber. Skeptisch sieht er jedoch, dass die Umsetzung in Teilen noch nicht eindeutig geregelt sei und der Kompromisscharakter in der Rechtsverordnung deutlich zum Ausdruck komme. Als Beispiel weist er auf die Schulöffnungen hin. „Dennoch stellt die teilweise Öffnung der Schulen ab dem 23. April für die Abschlussklassen unserer Schulen eine flächendeckende Unterstützung und Betreuung für deren bevorstehenden Abschluss dar.“ Im Vorfeld würden die entsprechenden Hygienemaßnahmen durchgeführt. „Damit wir die Sorgen der Eltern, Schülerinnen und Schüler und Lehrerkräfte etwas lindern können“, betont Dirk Lukrafka. Und weiter: „Was die Schultoiletten in Velbert angeht, kann ich sagen, dass sie in einem vernünftigen Zustand sind.“ Um für einen reibungslosen Busbetrieb ab kommendem Donnerstag zu sorgen, hat die städtische Verkehrsgesellschaft in Absprache mit dem Busbetreiber der Ortsbuslinien entschieden, den Ortsbusbetrieb wieder in vollem Umfang aufzunehmen. Die OV-Linien werden ab Donnerstag, 23. April, planmäßig verkehren.

Bürgermeister Dirk Lukrafka bittet die Velberterinnen und Velberter: „Das Tragen eines Atemschutzes ist im ÖPNV zwar nicht verpflichtend vorgeschrieben, ich rate Ihnen jedoch dringend zum Schutz vor Ansteckung, dort und auch beim Einkaufen in Geschäften zumindest einen einfachen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.“

„Es ist erfreulich, dass aufgrund der weitgehenden Einhaltung der Schutzmaßnahmen in den vergangenen Wochen die Verbreitung des Coronavirus gebremst werden konnte. Damit das auch so bleibt, sind die Kontaktsperre, das Abstandsgebot und die Hygienemaßnahmen weiter zu beachten“, so Lukrafka. Und weiter: „Die vom Land NRW angeordneten Regelungen zum Schutz vor dem Corona-Virus bedeuten nicht, dass wir bereits heute in unser gewohntes Leben zurückkehren können. Sicherlich wünschen sich viele von uns einen solchen Schritt, doch ich appelliere an die Vernunft von uns allen: Wir müssen die Verbreitung des Coronavirus weiter verzögern. Das geht nur unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen“,  findet Lukrafka. „Ich danke allen Velberterinnen und Velbertern für ihr vorbildliches Verhalten in den letzten Wochen und weise gleichzeitig darauf hin, dass wir auch weiterhin die Regeln kontrollieren werden.“

Die neue Rechtsverordnung ist auf den Corona-Sonderseiten unter www.velbert.de einsehbar.

Offener Brief von Bürgermeister Dirk Lukrafka

Bürgermeister Dirk Lukrafka wendet sich in einem Offenen Brief an die Velberter Bevölkerung. Thema sind die weiterhin geltende Kontaktsperre, die geplante Öffnung von Geschäften und Schulen sowie die vielen kreativen Ideen und Hilfsangebote, die in der Korona-Krise entsatnden sind. Es folgt der der Brief im Wortlaut.

„Liebe Velberterinnen, liebe Velberter,

eines der wichtigsten Feste, Ostern, das Fest der Hoffnung liegt gerade hinter uns.

Hoffnung zu haben, in einer Zeit, in der das Corona Virus allgegenwärtig ist, stärkt uns. Die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt haben Angst, sich zu infizieren und ernsthaft zu erkranken. Soziale Nähe zu spüren ist in unsicheren Zeiten enorm wichtig. Zusammenzustehen und Trost zu spenden, gibt uns Halt. In der jetzigen Corona-Krise heißt es jedoch ABSTAND halten und Kontakte zu minimieren! Das, was uns als soziale Wesen auszeichnet, ist verboten!

Die Entwicklungen, die ich als Bürgermeister dieser Stadt in den vergangenen Wochen beobachten konnte, stimmen mich optimistisch. Die Velberterinnen und Velberter sind herzlich, kreativ und einfallsreich. Sie besinnen sich in diesen schwierigen Zeiten auf das Wesentliche, bieten Freunden, Familie und Nachbarn schnell und flexibel Hilfe an, unterstützen einander, wo es nur geht. Mein herzlichster Dank richtet sich an alle, die unermüdlich versuchen, so etwas wie „Alltag“ für uns aufrechtzuerhalten.

Für viele ist dieser Zustand ohne Arbeit, Schule und Freizeitaktivitäten nur äußerst schwer zu ertragen. Mit jedem Tag, jeder Woche, die wir gemeinsam durch diese Krise gehen, wachsen Zukunfts- und Existenzängste. Fehlen uns die engsten Freunde und die Begegnungen mit Familienangehörigen und manch einem „fällt die Decke auf den Kopf“.

Geduldig und diszipliniert stehen wir in Warteschlangen. Ruhig und besonnen gehen auch die Menschen unserer Stadt mit der, für uns alle, neuen Situation um. Wir ertragen alle Regeln und Erlasse, um möglichst gesund und unbeschadet durch diese Zeit zu kommen.

In Krisenzeiten, wie der jetzigen, ist es wichtig und notwendig eine Perspektive aufgezeigt zu bekommen. Die Entwicklung der aktuellen Fallzahlen stimmt uns vorsichtig positiv und hoffnungsvoll blicken wir auf die Zeit nach dem Shut-down. Erwartungsvoll richtete sich unser Blick auf die Entscheidungen, die Bund und Länder Mitte der Woche trafen.

Jetzt wissen wir, dass die Kontaktbeschränkungen bestehen bleiben. Für uns alle gilt auch weiterhin die wichtigste Maßnahme: ABSTAND zu halten, Hygieneregeln und Schutzmaßnahmen einzuhalten! Diese Regeln gelten auch für die Öffnung der Geschäfte bis 800 qm Verkaufsfläche sowie unabhängig von der Verkaufsfläche für Kfz-und Fahrradhändler und Buchhandlungen, die ab dem kommenden Montag wieder öffnen dürfen.

Die Kultusministerkonferenz wird bis zum 29. April ein Konzept vorlegen, in dem besondere Hygiene- und Schutzmaßnahmen sowie das Abstandsgebot für kleinere Lerngruppen berücksichtigt werden, sodass ab dem 4. Mai die Öffnung der Schulen schrittweise durchgeführt werden kann.

Auf die Durchführungen von Großveranstaltungen müssen wir auch weiterhin verzichten. Veranstaltungen, die in der Infektionsdynamik eine große Rolle spielen, sind mindestens bis zum 31. August untersagt.

Sie alle haben die vergangenen fünf Wochen mit großer Kraftanstrengung und Geduld gemeistert. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch die nächsten Schritte, hin zu einer verantwortlichen Normalität, gemeinsam gehen werden, zum Wohl aller Bürgerinnen und Bürger unserer wunderschönen Stadt.

Herzlichst,
Ihr Dirk Lukrafka“