Kurzumfrage zur Corona-Krise: Bergische Unternehmen teilweise in „dramatischer Lage“

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Die Ergebnisse der Umfrage sind nicht repräsentativ, deuten aber auf Trends hin. Bild: pixabay
Die Ergebnisse der Umfrage sind nicht repräsentativ, deuten aber auf Trends hin. Bild: pixabay

Wuppertal. Die Vereinigung Bergischer Unternehmerverbände (VBU) hat ihre Mitgliedsunternehmen in der vergangenen Woche zur aktuellen Entwicklung in der Corona-Krise befragt. 

Die Vereinigung Bergischer Unternehmerverbände hat eine Kurzumfrage zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die unternehmerische Landschaft im Bergischen Land durchgeführt. Die Ergebnisse aus der Umfrage sind zwar nicht repräsentativ, bestätigen als Stichprobe dennoch eine, so die VBU, „schwierige und zum Teil dramatische Lage in der bergischen Industrie“.

So berichten mehr als zwei Drittel der an der Umfrage beteiligten Betriebe von einer deutlich reduzierten Kapazitätsauslastung bzw. Produktion. Knapp 20 Prozent der Unternehmen stehen kurz vor der Einstellung ihrer Produktion oder befinden sich bereits komplett im Stillstand.

Der Auftragseingang ist bei 60 Prozent der Unternehmen stark eingebrochen. 25 Prozent verzeichnen leichte bis mittlere Auftragsrückgänge. 15 Prozent haben eine unverändert stabile Auftragslage.

Unternehmen setzen auf Home-Office als Alternative

Diese Situation spiegelt sich auch bei den Zahlen zur Kurzarbeit wieder: 65 Prozent der antwortenden Unternehmen fahren derzeit Kurzarbeit. Bei 30 Prozent der in Kurzarbeit befindlichen Betriebe liegt der Anteil der hiervon betroffenen Mitarbeiter zwischen 80 und 100 Prozent. Weitere 13 Prozent planen diese Maßnahme demnächst einzuführen. Für 22 Prozent ist derzeit keine Kurzarbeit absehbar.

Zur Senkung des Infektionsrisikos haben 42 Prozent der Unternehmen Homeoffice-Lösungen überall dort, wo es möglich ist, eingeführt.

Noch könnten die meisten betroffenen Unternehmen ihre Kernbelegschaften durch Kurzarbeit und andere flexible Instrumente schützen, meint VBU-Geschäftsführer Dr. Klaus-Peter Starke: „Je länger Einschränkungen aber aufrechterhalten würden, desto wahrscheinlicher werden auch Jobs verloren gehen“.

Als „erste wichtige Schritte“ begrüßt Starke die jüngsten Entscheidungen der Politik zum schrittweisen Wiederhochfahren der Wirtschaft, selbstverständlich unter strikter Einhaltung aller gesundheitsschützenden Vorgaben. Damit auch die Nachfrage wieder anspringe, müsse die Politik jetzt auch der Stimmung der Verbraucher deutlichen Rückenwind geben.

Das Land brauche ein Wachstumsprogramm aus Steuererleichterungen, Kaufanreizen und Investitionen in Zukunftsfelder wie Digitalisierung, Mobilität und Energie. „Für die gesamte Wirtschaft seien verlässliche Zeitpläne ein ganz entscheidender Faktor, damit die Unternehmen wieder auf Touren kommen“, so der VBU-Geschäftsführer.