Oberschlesisches Landesmuseum: Sonderausstellung über NS-Opfer ab 17. Mai

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Gezeigt wurde die Ausstellung über vergessene Opfer der Euthanasie auch in der Gedenkstätte für die Oberschlesischen Juden, der Außenstelle des Museums Gliwice, die sich in der ehemaligen Begräbnishalle des jüdischen Friedhofs befindet. Foto: Stiftung Sächsische Gedenkstätten/Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein
Gezeigt wurde die Ausstellung über vergessene Opfer der Euthanasie auch in der Gedenkstätte für die Oberschlesischen Juden, der Außenstelle des Museums Gliwice, die sich in der ehemaligen Begräbnishalle des jüdischen Friedhofs befindet. Foto: Stiftung Sächsische Gedenkstätten/Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein

Ratingen. Am Sonntag, 17. Mai, startet im Oberschlesischen Landesmuseum eine Sonderausstellung, in deren Mittelpunkt vergessene Opfer der NS-Euthanasie stehen.

75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erinnert das OSLM mit dieser Ausstellung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft in den totalitären Diktaturen des 20. Jahrhunderts und bindet dieses Thema in die gesamteuropäische Geschichte ein.

Zu den Hintergründen der Ausstellung erläutert das Oberschlesische Landesmuseum:

Vor 81 Jahren schuf Adolf Hitler mit dem sogenanntem Euthanasie-Erlass die rechtliche Grundlage für die systematische Ausrottung ‚lebensunwerten Lebens‘ im Sinne der nationalsozialistischen Rassenideologie.

Zwischen 1939 und 1941 wurden auf dem Gebiet des Deutschen Reiches sechs Euthanasie-Tötungsanstalten errichtet. Dazu zählt auch die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein, in der von 1940 bis 1941 etwa 15 000 Menschen ermordet wurden. Es waren vorwiegend psychisch Kranke und geistig Behinderte, am Ende auch Häftlinge aus Konzentrationslagern. Pirna-Sonnenstein war, nicht zuletzt wegen der Zahl der Opfer, einer der schlimmsten Orte nationalsozialistischer Verbrechen in Sachsen. Die Tötungsanstalt Sonnenstein diente zudem der personellen, organisatorischen und technischen Vorbereitung des Holocaust.

In einem zweijährigen, von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft geförderten Projekt erarbeitete die Stiftung Sächsische Gedenkstätten/Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein eine Wanderausstellung, die erstmals dieses Thema darstellt. Diese zeigt auf 21 Tafeln in deutscher und polnischer Sprache die mörderischen Auswirkungen der NS-Gesundheitspolitik in Schlesien.

Menschen mit psychischen Krankheiten und geistigen Behinderungen wurden als „lebensunwert“ stigmatisiert, zwangsweise unfruchtbar gemacht und ab 1940 systematisch ermordet. Allein 1.575 von ihnen wurden 1941 in der Gaskammer der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ermordet.

Die neue Sonderausstellung startet am Internationalen Museumstag.