Neue Wählergemeinschaft kommt für Mettmann „zur Sache“

1174
Axel Ellsiepen, Rainer Dittel, Frank Runkel, Linda Neidel, Andreas Konrad und Dagmar Pape haben die Wählergemeinschaft gegründet mit Ali Ekber Ersoy, Christian Engelberg und Jörg Paffrath (nicht auf dem Bild). Foto: André Volkmann
Axel Ellsiepen, Rainer Dittel, Frank Runkel, Linda Neidel, Andreas Konrad und Dagmar Pape haben die Wählergemeinschaft gegründet mit Ali Ekber Ersoy, Christian Engelberg und Jörg Paffrath (nicht auf dem Bild). Foto: André Volkmann

Mettmann. In der Kreisstadt hat sich mit „Zur Sache! Mettmann“ eine neue Wählergemeinschaft um Andreas Konrad und Axel Ellsiepen formiert. 

Bürgernähe, darauf setzt die neue Wählergemeinschaft, deren Federführung die beiden ehemaligen Mettmann-Impulse-Vorstände Axel Ellsiepen und Andreas Konrad gegründet haben. Ihr Unmut über die Mettmanner Stadtpolitik schwelt lange, nun wollen die beiden – gemeinsam mit Gleichgesinnten – direkt eingreifen, um Veränderungen anzustoßen.

„Zur Sache! Mettmann“ heißt die Wählergemeinschaft, deren Akteure auf farblose, nicht aber inhaltslose Politik setzen. Das zumindest meint der Unternehmer Frank Runkel, der zur Gründungsmannschaft gehört. Er meint damit: Politische Entscheidungen sollten sich nach der Sache, nicht nach Parteikonventionen richten. Daneben unterstützen Linda Neidel, Dagmar Pape, Rainer Dittel, Ali Ekber Ersoy, Christian Engelberg und Jörg Paffrath das Anliegen der Wählergemeinschaft, die Politik von Bürgern für Bürger machen will.

Es geht nicht um Personalien

Die Wählergemeinschaft „Zur Sache! Mettmann“ soll ein Gegenentwurf sein zu dem „Weiter so!“ sein, das derzeit in der Kreisstadt verfolgt werde, erklärt Andreas Konrad. Alle Gründer sind Ur-Mettmanner, die in ihrer Stadt etwas bewegen wollen. Ihr Handeln soll sich um das Wesentliche drehen. „Es geht nicht um Personen, es geht um die Sache“, meint Axel Ellsiepen. Der Unmut der Gründer ist spürbar, das Fass zum Überlaufen gebracht, hat der Haushaltsbeschluss. „Mettmann steht vor der Handlungsunfähigkeit“, so Ellsiepen.

Die aktuelle Stadtpolitik versteht die Wählergemeinschaft als Aufforderung dazu, sich selbst einbringen zu müssen. „Wir brauchen Veränderung“, mahnt Axel Ellsiepen. Genau diese wolle man bei „Zur Sache! Mettmann“ durch Lernprozesse erreichen, durch Fehleranalysen, vor allem durch Einbeziehung von Fachleuten.

Ratssitzungen sollten nicht als Routineveranstaltungen abgehalten werden, meint Andreas Konrad. Konrad spricht von einem verkrusteten Gefüge und kritisiert: „Rat und Verwaltung haben sich seit Jahren gegenseitig neutralisiert“. Auch die neue Wählergemeinschaft bewegen dabei aktuelle stadtpolitische Themen: Haushalt, Verkehrslage, Handlungskonzept für die Innenstadt, Schulsituation. Sozial und unternehmerisch will die Wählergemeinschaft agieren, nicht ideologisch, erläutert Konrad.

„Mettmann 2040“

Zeit spielt auch bei der Wählergemeinschaft eine Rolle. In Mettmann würde derzeit zu wenig, zu selten tatsächlich entschieden. „Vieles dauert zu lange“, meint Linda Neidel. Die Assistentin der Geschäftsführung hält die Kreisstadt zudem für zu unattraktiv für junge Leute.

Eine Häufung von Großprojekten sieht Andreas Konrad, Entscheidungen darüber jedoch nicht. „Wir sind entscheidungsfreudig“, sagt er. Der Status quo der Stadt gebe vor, was zu tun ist. Die Wählergemeinschaft sieht eines ihrer großen Ziele in ihrer Skizze zur Stadtentwicklung unter dem Arbeitstitel „Mettmann 2040“. Erste Gespräche mit Experten sind bereits geplant, um sich dem „großen Ganzen“, so heißt es auf dem Flugblatt der Wählergemeinschaft, zu nähern.

Einige Hürden muss „Zur Sache! Mettmann“ noch nehmen. Unterschriften müssen gesammelt, Wahlbezirke besetzt werden. „Die Formalitäten laufen“, berichtet Axel Ellsiepen. „Wer etwas bewegen möchte, soll sich melden.“ Möglich ist das unter anderem über die Webseite der Wählergemeinschaft unter zursache.me.

Einen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Mettmann schickt die Wählergemeinschaft allerdings nicht ins Rennen, bestätigt Ellsiepen. Da bleibe man sich dem Motto treu: Es geht um die Sache, nicht um Personen.