Nach Lok-Unfall bei Lhoist ausgelaufener Diesel hält THW im Dauereinsatz

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Einsatzkräfte bei der bergung der entgleisten Lok. Foto: Lhoist
Einsatzkräfte bei der bergung der entgleisten Lok. Foto: Lhoist

Wülfrath. Seit dem späten Donnerstagabend ist das Technische Hilfswerk auf dem Lhoist-Gelände in Flandersbach im Dauereinsatz. Zum Teil waren bis zu 80 Einsatzkräfte des THW vor Ort.

Am Donnerstagabend wurde der THW-Ortsverband Heiligenhaus/Wülfrath von der Feuerwehr Wülfrath auf das Gelände des Lhoist-Werkes Flandersbach alarmiert. Dort ist eine Diesellok entgleist. Kraftstoff ist ausgelaufen und drohte das Erdreich und die Anger zu kontaminieren.

Der Einsatzschwerpunkt war in der ersten Nacht die Beleuchtung der Einsatzstelle sowie erste Sicherungsarbeiten an verschmutztem Erdreich. Um eine weitere Verunreinigung der Anger zu vermeiden, wurden am Freitagmorgen Gegenmaßnahmen beschlossen: Dazu gehörte das Umleiten der Anger sowie das Abtragen der oberen Schicht eines Weges. Das berichtet Daniel Claus vom THW Ratingen.

In der Spitze waren bis zu achtzig ehrenamtliche Einsatzkräfte des THW vor Ort. Beteiligt sind bisher die Ortsverbände Duisburg, Düsseldorf, Essen, Heiligenhaus/Wülfrath, Hilden, Mülheim an der Ruhr, Ratingen, Schwelm, Solingen und Velbert.

Anger an der Unfallstelle umgepumpt

Am Freitagmorgen wurden dann durch das Umweltamt des Kreises Mettmann umfassende Maßnahmen angeordnet. Zum einen sollte ein Bypass für die Anger gelegt sowie kontaminiertes Erdreich vom Weg beseitig werden. Daher wurden zwei THW-Fachgruppen alarmiert, die mit Wasserpumpen gegensteuern sollten.

Mit Radladern trufen Einsatzkräfte des THW das kontaminierte Erdreich ab. Foto: Melanie Faust/THW Mülheim an der Ruhr
Mit Radladern trugen Einsatzkräfte des THW das kontaminierte Erdreich ab. Foto: Melanie Faust/THW Mülheim an der Ruhr

Mit einem provisorischen Damm wurde die Anger aufgestaut und das Wasser umgepumpt. Die Ma0nahmen dauern im Schichtbetrieb mit ehrenamtlichen Kräften aus drei Ortsverbänden an.

Weitere Einsatzkräfte des THW hatten die Aufgabe, die Wegoberfläche abzutragen. Dieses geschah in enger Abstimmung mit einem Bodengutachter. Während ein Mobilbagger das Erdreich auflockerte übernahm ein Radlader den Abtransport in bereitgestellte Container. Die Entsorgung übernahm im Anschluss ein Fachbetrieb. Bei Einbruch der Dunkelheit wurden diese Arbeiten aus Sicherheitsgründen unterbrochen.

Sandsackbarrikaden zum Schutz der Anger aufgetürmt

Samstagmorgen wurden die Erdarbeiten wieder aufgenommen sowie einige Bäume gefällt. Darüber hinaus ersetzten die Einsatzkräfte den provisorischen Staudamm durch eine Barrikade aus rund 900 Sandsäcken. Um zu verhindern, dass weiterer Dieselkraftstoff in die Anger gelangt, wurde im Verlauf des Tages auch am Ende der Bypass-Strecke ein Staudamm aus 800 Sandsäcken errichtet.

Die Anger wurde an der Unfallstelle umgepumpt. Foto: Daniel Claus/ THW Ratingen
Die Anger wurde an der Unfallstelle umgepumpt. Foto: Daniel Claus/ THW Ratingen

Die Führung der Einsatzkräfte des THW übernahmen teilweise mehrere Zugtrupps parallel, da diese in Form einer Führungsstelle Einsatz- und Untereinsatzabschnittsleitungen bildeten. Ebenso wurde durch eine Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung ein Hygienebereich eingerichtet. Über die Einsatzzeit von Freitagnachmittag bis Sonntagabend stellten THW-Logistiker die Versorgung aller Einsatzkräfte sicher. Ebenfalls wurden die Tanklogistik für alle eingesetzten Maschinen übernommen und kleinere Reparaturen vor Ort durchgeführt.

Wülfraths Bürgermeisterin Dr. Claudia Panke zog zu dem laufenden Einsatz, nach Angaben von Daniel Claus, ein positives Zwischenfazit: „Ich finde es gut, wie fokussiert und professionell der Einsatz läuft und wie die verschiedenen Beteiligten reibungslos zusammenarbeiten. Dafür bedanke ich mich bei allen Einsatzkräften.“