Hotelbranche in der Corona-Krise: „Selbst erste Lockerungen helfen nur bedingt“

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Die IHK Düsseldorf zeichnet nach einer Blitzumfrage ein düsteres Bild für die nahe Zukunft in Hotels. Foto: pixabay
Die IHK Düsseldorf zeichnet nach einer Blitzumfrage ein düsteres Bild für die nahe Zukunft in Hotels. Foto: pixabay

Kreis Mettmann/Düsseldorf. Die IHK Düsseldorf hat eine Blitzumfrage zur Lage der Tourismus- und Hotelwirtschaft durchgeführt. Dazu liegen die Ergebnisse vor.

Die Blitzumfrage der IHK Düsseldorf zu den Pandemie-Auswirkungen auf die Tourismusbranche in Düsseldorf und im Kreis Mettmann zeige, dass 87 Prozent der befragten Betriebe seit Beginn der Corona-Krise erheblich weniger oder gar keine Gäste beherbergen beziehungsweise bewirten konnten, so das Resümee der Industrie- und Handelskammer. Der Umsatz sei bei 52 Prozent der Befragten auf nahezu „null“ gesunken. Ein Drittel habe den Betrieb aufgrund des Umsatzrückgangs oder der Corona-Vorgaben, zumindest vorläufig, einstellen müssen.

„Gerade die Tourismus- und Freizeitbranche ist durch die Corona-Einschränkungen arg gebeutelt. Ein normaler Geschäftsbetrieb ist nicht möglich. Messen und Veranstaltungen sind abgesagt, Reisen sind unsicher und Gastronomiebesuche nicht mit denen früherer Zeiten vergleichbar. Selbst erste Lockerungen helfen den Unternehmen nur bedingt. Kunden und Gäste sind weiterhin zurückhaltend bei der Buchung von Hotels oder Restaurantbesuchen – auch aus Angst, sich anstecken zu können“, erklärt dazu IHK-Dienstleistungsreferentin Charlotte Lill.

Der Blick in die Zukunft falle entsprechend düster aus: Rund 70 Prozent der Unternehmen rechneten im Vergleich zum Vorjahr mit einem Umsatzrückgang von 50 Prozent und mehr. Einem Viertel drohe nach eigenen Angaben die Insolvenz.

„Die Branche braucht in diesen schwierigen Zeiten Unterstützung. Die Überbrückungshilfen von Bund und Land sind ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings wünschen sich die Unternehmen insbesondere mehr Soforthilfen vom Land, um Liquiditätsengpässe aufzufangen“, so Lill.

Hilfe bei Digitalisierung als Ansatz

Ein Ansatzpunkt dafür sei Hilfestellung bei der Digitalisierung. Zwar hätten sich 43 Prozent der Betriebe seit Beginn der Krise intensiver mit der Nutzung von Social Media-Angeboten auseinandergesetzt, doch meldeten sie weiteren Unterstützungsbedarf. „Wir würden es begrüßen, wenn das Land ein ähnliches Förderprogramm wie für den stationären Einzelhandel auflegen würde, um Gastronomie und Hotellerie etwa die Einrichtung von Buchungsplattformen oder digitalen Marketingmaßnahmen zu erleichtern“, so Lill.

Überleben könne die Branche aber nur, wenn wieder mehr Leben in die Städte komme. Dabei setzt sie ihre Hoffnung auch auf den am Freitag startenden „wCaravan Salon“ und damit einen Wiederbeginn der Messeaktivitäten. Die auf das nächste Jahr verschobenen Großmessen schüren ferner die Erwartung, auch in den Restaurants und Hotels wieder mehr Gäste begrüßen zu können.

„Wir begrüßen in diesem Zusammenhang ausdrücklich, dass die Weihnachtsmärkte auf Basis umfassender Hygiene- und Sicherheitskonzepte stattfinden können wie auch die Möglichkeit, dass Düsseldorfer Gastronomen ihre Außenterrassen gebührenfrei nutzen und bis Ende Februar 2021 auf Antrag auch vergrößern dürfen. Ein weiteres gutes Signal ist die von der Landesregierung gestern in Aussicht gestellte Förderung innovativer Luftfilter“, so Lill abschließend.