Corona: Eigentlich ist alles ganz einfach

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Im Kreis Mettmann ist die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.00 Einwohnern in den letzten sieben Tagen überschritten worden. Foto: pixabay
Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten haben Verschärfungen im Umgang mit dem Corona-Virus beschlossen. Foto: pixabay

Ein Kommentar zu den neuen Regeln im Risikogebiet Kreis Mettmann von Hans-Joachim Kling:

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Eigentlich ist alles ganz einfach: Um eine weitere Verbreitung der Seuche zu verhindern, sollen wir Kontakte vermeiden, wo es eben geht. Und wo wir Kontakte haben, sollen wir Abstand einhalten und Maske tragen. Wo liegt das Problem?

Zum einen liegt es in der Natur des Menschen: Wir sind nicht dafür gemacht. Der Mensch ist kein Einzelgänger, Ausnahmen bestätigen nur die Regel. Er braucht Kontakt, Berührung.

Zum anderen lebt unsere Wirtschaft davon, dass es zu möglichst vielen Kontakten kommt. Das ist der Widerspruch. Und um unsere Wirtschaft am Leben zu halten, machen wir Ausnahmen von den eingangs beschriebenen, eigentlich ganz einfachen Regeln. „Lockerungen“ heißen diese Ausnahmen, wenn sie staatlich geregelt sind. Andere machen Ausnahmen, weil sie alles für Blödsinn halten oder grundsätzlich dazu neigen, sich nicht an Regeln halten zu wollen.

Jetzt steigen die Zahlen wieder dramatisch. Das war absehbar. „Schuld“ daran sind all die Ausnahmen, die wir gemacht haben, um die Wirtschaft nicht vollends vor die Wand zu fahren.

Jetzt müssen wir dringend Prioritäten setzen. Auf Feiern aller Art, der aktuelle Zunder für die Verbreitung des Virus, lässt sich verzichten. Auch wenn es schwerfällt. Da klingt es schon wie aus einer anderen Welt, wenn Velbert einen Weihnachtsmarkt machen will, während Kontakte im öffentlichen Raum auf fünf Personen beschränkt werden und andere ihre Märkte absagen. Es ist vor allem: ein völlig falsches Zeichen.

Was wir unbedingt vermeiden müssen: einen neuen „Lockdown“. Die Schließung von Schulen, Kindergärten, Geschäften und anderen Unternehmen.

Wir können uns nicht verhalten wie trotzige Kinder, die genug haben von der „Corona-Kacke“  und sie deshalb ignorieren. Bussi hier, Bussi da, so sieht das bei vielen Begrüßungen längst wieder aus.

Umfragen zeigen immer wieder: Die große, große Mehrheit ist einverstanden mit den Regeln, die beschlossen wurden und werden. Der zweitgrößten Gruppe gingen und gehen die Lockerungen zu weit. Erst die drittgrößte Gruppe umfasst diejenigen, die mehr Lockerungen wollen. Eine Minderheit.

Entscheidungen in diesem Umfeld gegensätzlicher Strömungen treffen zu müssen, ist wahrlich nicht einfach. Die Forderung nach einheitlichen Lösungen entstammt vielfach aus unserem Bedürfnis nach einfachen Antworten und klaren Regeln. Zum Beispiel wäre die Entscheidung, wir machen alles wieder dicht, eine einfache und klare Vorgabe. Aber das meinen diejenigen nicht, die nach einheitlichen Regeln rufen.

Es ist eine Gratwanderung, ein Balanceakt, und das wird es auch noch lange bleiben. Wir müssen irgendwie da durch.

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