Mettmanner Weltspiegel: Kino-Chef bleibt trotz Krise optimistisch

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Kinobetreiber Thomas Rüttgers bleibt optimistisch, trotz kurzfristig düsterer Aussichten. Foto: Volkmann
Kinobetreiber Thomas Rüttgers bleibt optimistisch, trotz kurzfristig düsterer Aussichten. Foto: Volkmann

Mettmann. Das Land NRW unterstützt Kinobetreiber mit einem Hilfspaket in Höhe von 15 Millionen Euro. Auch das Mettmanner Kino „Weltspiegel“ befindet sich durch die neuerliche Schließung in einer schwierigen Lage.

Im Weltspiegel hatte man sich über wiederkehrende Kinofans und steigende Besucherzahlen gefreut, da war schon wieder Schluss: Aufgrund der Corona-Lage mussten Freizeitbetriebe, darunter auch Kinos, im November schließen. Das Mettmanner Lichtspielhaus trifft die Maßnahme spürbar: „Für uns ist das ein Härtefall“, erklärt Kino-Chef Thomas Rüttgers, der sich erst am Wochenende vor der erneuten Schließung über die besten Besucherzahlen nach dem Frühjahrs-Lockdown freuen konnte.

„Die Kunden können das nicht verstehen“, meint Rüttgers, vor allem wegen dem für die Wiedereröffnung betriebenen Aufwand: Fokus auf Online-Verkauf, Abstandsmarkierungen, Desinfektionsmittel, Kontrolle der Besucherströme – all diese Hygienemaßnahmen hatten im Mettmanner Filmtempel dazu geführt, dass in Corona-Zeiten „Kino ein sicherer Freizeitort“ geworden ist, so Thomas Rüttgers.

Dass die Schließung ausgerechnet im November zur Realität werden musste, trifft das Kino besonders hart, immerhin zählt dieser Monat zu den stärksten des Jahres. Damit nicht genug: Auch für Dezember zeichnet Kinobetreiber Thomas Rüttgers ein düsteres Bild. Er geht – zumindest derzeit – davon aus, dass das Kino auch im kommenden Monat noch nicht öffnen können wird. „Es geht ans Eingemachte“, meint Rüttgers. Die Kosten liefen weiter, Einnahmen gebe es jedoch nicht. Also setzt man auch im Weltspiegel auf Hilfen von Bund und Land; das neue NRW-Hilfsprogramm kommt da genau richtig.

Die Landesregierung NRW informiert: Allein im ersten Halbjahr 2020 war die Besucherzahl in den insgesamt 275 nordrhein-westfälischen Kinos im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben der Filmförderungsanstalt von über 11 Millionen Besucher auf rund 5,4 Millionen Besucher gesunken (minus 50,7 Prozent). Der Umsatz ging um über 51 Prozent zurück (von über 95 Millionen Euro auf rund 46 Millionen Euro). 

Um Kinos in dieser schwierigen Lage gezielt zu unterstützen, stellt die Landesregierung 15 Millionen Euro zur Verfügung und setzt das Hilfsprogramm „Film ab NRW“ auf.

Und dennoch, trotz all der Schwierigkeiten und Unsicherheiten, bleibt Kino-Enthusiast Rüttgers optimistisch: „Es wird weitergehen, das Kino lebt“. Das unterstreicht er mit „guten Nachrichten aus Asien“, dort strömen Fans zahlreich in die Lichtspielhäuser – es scheint Nachholbedarf zu geben beim Filmkonsum.

Untätig ist man im Mettmanner Kino trotz Schließung nicht. Im Gegenteil: Thomas Rüttgers investiert, kümmert sich um neue Lichttechnik und eine Bühne. Im ersten Jahresquartal 2021 sollen dann Theater und Kabarett Einzug halten ins Lichtspielhaus an der Düsseldorfer Straße. „Man muss neue Wege gehen“, erklärt Rüttgers. Auch im Hinblick auf Streaming-Dienste, durch die den Kinos insbesondere während und voraussichtlich auch nach der Corona-Krise einige Filme verloren gingen.

Für die Besucherinnen und Besucher findet Rüttgers nur lobende Worte. „Wir erhalten viel Zuspruch“, freut sich der Kino-Chef. Die Unterstützung durch das Publikum sei überwältigend, viele hätten sich einfach Kinogutscheine gekauft statt Tickets.

Derzeit bleibt Filmfans nur der heimische Kinoabend. Um den Blockbuster muss man sich dann zwar selbst kümmern, die passenden Snacks sind aber im Mettmanner Kino erhältlich: An jedem Freitag gibt es im Weltspiegel von 17 bis 20 Uhr Popcorn, Nachos, Süßigkeiten und Getränke im Außer-Haus-Verkauf. „Auch so kann uns das Publikum unterstützen“, lädt Thomas Rüttgers ein.