Corona-Lockdown: Mangelnde Bewegung fördert Gefahr einer Thrombose

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Strenge Schutzmaßnahmen gelten angesichts der Coronavirus-Lage im Mettmanner Krankenhaus. Foto: André Volkmann
Strenge Schutzmaßnahmen gelten angesichts der Coronavirus-Lage im Mettmanner Krankenhaus. Foto: André Volkmann

Mettmann. „Auch in Corona-Zeiten an Bewegung denken“, dazu raten die Gefäßspezialisten aus dem EVK Mettmann. So soll die Gefahr einer Thrombose verringert werden. 

Deutschland ist seit wenigen Tagen wieder im Lockdown. Während Berufstätige vermehrt im Homeoffice arbeiten und den Kontakt zu Kollegen und Freunden reduzieren, haben Seniorinnen und Senioren ihre Aktivitäten mitunter seit längerer Zeit eingestellt – und damit meist auch die tägliche Bewegung auf ein Minimum reduziert. Genau davor warnen nun die Mediziner des Gefäßzentrums im EVK Mettmann.

„Mangelnde Bewegung fördert die Gefahr einer Thrombose, also einem Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel. Löst sich das Gerinnsel, kann es in andere Organe gespült werden und fatale Folgen haben“, erklärt Chefarzt Dr. med. Guido Eickmann.

Er und seine Kollegen zeigen sich aktuell beunruhigt über den drastischen Anstieg von Thrombose-Fällen im Krankenhaus. „Lungenembolien und Thrombosen machen auch während einer Pandemie keine Pause und bleiben riskant, doch das vergessen viele Betroffene aus Angst vor Corona“, erklärt der Gefäßchirurg. „Patienten meiden in den vergangenen Wochen den Gang zum Hausarzt, ertragen die Beschwerden viel zu lange und bringen sich damit selbst in Gefahr“, warnt Dr. Eickmann. Er habe insbesondere in den vergangenen Corona-Monaten viele schwerwiegende Thrombose-Verläufe im Gefäßzentrum behandelt, deren Verläufe gar nicht so gravierend hätten sein müssen – wären die Patienten früher zum Arzt gegangen.

„Wir beobachten eine deutlich geringere Zahl an Fällen, die von Hausärzten zur Klärung überwiesen werden. Stattdessen kommen deutlich mehr schwere Fälle zu uns in die Klinik, die stationär behandelt werden müssen und häufig Folgeschäden davontragen oder sogar operativ behandelt werden müssen“, berichtet auch Gefäßmediziner Chefarzt Dr. med. Christian Berg und verweist auf die niedergelassenen Hausärzte als Ansprechpartner Nummer eins.

Schon einfaches Training kann genügen

Er weiß auch: ein einfaches Training kann schon genügen, damit die Gefäße auch in Zeiten eines Lockdowns gesund bleiben, „Einfache Übungen, im Stehen oder Sitzen helfen ebenso wie ein täglicher Spaziergang. Frische Luft tut gut und gleichzeitig fördert der Spaziergang die Gefäßgesundheit!“ Er verweist hier auch auf die Deutsche Gesellschaft für Angiologie, die ein Informationsblatt mit leichten Übungen zur Stärkung der Venenfunktion herausgegeben hat.

Beide Chefärzte des Gefäßzentrums sind sich einig, dass der frühzeitige Weg zum Arzt Leben retten kann und eine falsche Vorsicht Gefahren birgt. Aus falscher Vorsicht zu Hause zu bleiben ist die falsche Entscheidung – zudem sind mittlerweile sowohl die Hausarztpraxen, aber auch das Krankenhaus hinsichtlich erforderlicher Schutzmaßnahmen bestens aufgestellt.

Das EVK Mettmann richtet sich ausdrücklich an die Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes, die in Bezug auf das Infektionsschutzgesetzes Gesetzescharakter haben. Neben der regelmäßigen Desinfektion der Hände, aber auch der Räumlichkeiten und Oberflächen, tragen alle Mitarbeiter und Patienten einen Mund-Nasen-Bedeckung, Besucher sind aktuell nur reduziert gestattet und auch die Arbeitsprozesse im Krankenhaus werden täglich an die dynamischen Entwicklungen angepasst. Darüber hinaus werden alle stationären Patienten und alle Patienten, die zu ambulanten Eingriffen ins Krankenhaus kommen auf das Virus getestet.

„Ein Kontakt zu infizierten Patienten ist bei uns im Krankenhaus nahezu unmöglich. Und auch das pflegerische Personal arbeitet in fest erprobten Abläufen unter Einhaltung aller erdenklichen Schutzmaßnahmen“, erklärt Chefarzt Dr. Eickmann. Die Angst, in Corona-Zeiten in ein Krankenhaus zu müssen, sieht er nicht begründet – eher im Gegenteil: das EVK Mettmann sei aufgrund der Screenings, Schutzkleidung, abgestimmten Prozessen und streng geprüften Maßnahmen einer der sichersten Orte in Zeiten der Pandemie.