Welttag der Armen: Caritas fordert mehr Hilfe für Bedürftige

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Die Caritas im Kreis Mettmann fordert, Bedürftigen gezielte Hilfen zu bieten. Foto: pixabay
Die Caritas im Kreis Mettmann fordert, Bedürftigen gezielte Hilfen zu bieten. Foto: pixabay

Mettmann. Am heutigen Sonntag wird der Welttag der Armen begangen: Anlässlich des von Papst Franziskus ausgerufenen Aktionstages fordert der Caritasverband, Bedürftigen mehr Hilfe zukommen zu lassen. 

„Ausgegrenzt, abgehängt, Anschluss verloren“, so drastisch formuliert der Caritasverband im Kreis Mettmann. Armut mache krank und verhindere soziale Teilhabe. Insbesondere in der Corona-Krise bedeute der Alltag mit Hartz-IV echte existenzielle Not. „So können sich Menschen in Hartz-IV oft nicht einmal die Fahrt zur Familie leisten, keinen Weihnachtsbaum kaufen oder einen VHS-Kurs besuchen“, heißt es von der Caritas.

„Was arme Menschen dringend brauchen, ist ein faires Berechnungssystem der Hartz-IV-Regelsätze. Nur so können die tatsächlichen Lebensbedarfe berücksichtigt werden“, erklärt Caritas-Bereichsleiter Thomas Rasch.

Aktuell liegt die Hartz-IV-Unterstützung für eine alleinstehende Person bei 432 Euro. Die Bemessung der Regelsätze bleibe stark hinter der Lohnentwicklung zurück, kritisiert der Caritasverband. Die Folge: „Junge Familien haben nicht genug Geld für die Windeln ihrer Neugeborenen und oft können sie sich nicht einmal die Fahrt zu Eltern und Verwandten“, so Rasch.

„Städte und Kommunen können helfen“

Die Pandemie verschärft die Situation: Steigende Lebensmittelpreise oder auch der Mehrbedarf an Hygieneartikeln – wie zum Beispiel Desinfektionsmittel oder Masken – können die Not bei den Betroffenen vergrößern. Besonders hart trifft das jene, die ohne Obdach auf der Straße leben. „Immer mehr Menschen brauchen Rat und Hilfe, weil das Geld einfach nicht mehr zum Leben reicht“, erklärt die Caritas. „Eine Erfahrung, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas-Wohnungslosenhilfe und Schuldnerberatung täglich machen.“

Städte und Kommunen können helfen, meint Thomas Rasch: „Ein guter Ansatz ist hier beispielsweise das Sozialticket der Rheinbahn, immerhin zum ermäßigten Tarif können Bedürftige damit im Kreis Mettmann fahren. Diese Fahrten in Bussen und Bahnen sorgen für mehr soziale Teilhabe. Auch hilft das beim Start raus aus der Misere, zum Beispiel für die Vorsprache im Jobcenter.“

Deshalb fordert der Caritasverband für den Kreis Mettmann: Ein geändertes Berechnungssystem der Regelsätze, das die tatsächlichen Lebensbedarfe – vor allem auch von Kindern und Jugendlichen – ausreichend berücksichtigt. Aber auch finanzielle Soforthilfen, wenn zum Beispiel die Wasch- oder Spülmaschine streikt. Menschen, die nur wenig Geld zur Verfügung haben, brauchen Schuhe, die nicht drücken, ein kleines Geschenk für die Liebsten oder ein Fahrrad zum Vorwärtskommen, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.

Papst Franziskus schreibt in seiner Botschaft zum vierten Welttag der Armen: „Streck dem Armen deine Hand entgegen.“