Liebfrauenschule: Jugendkulturjahr ermöglicht mediale Zeitreise

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Eine Schulklasse im Jahr 1905. Foto: Stadtarchiv/Stadt Ratingen
Eine Schulklasse im Jahr 1905. Foto: Stadtarchiv/Stadt Ratingen

Ratingen. Im Rahmen des Jugendkulturjahres haben Schüler der Liebfrauenschule ein Medienprojekt bearbeitet: Das Ergebnis ist nun eine Reise durch die Geschichte der Schule.

Die katholische Liebfrauenschule mit Internat in Ratingen war bis 1994 in der Obhut der Ordensgemeinschaft der Schwestern Unserer Lieben Frau. Danach blieb sie weiterhin katholisch, nur die Verantwortung hat seitdem das Erzbistum Köln. Wer an der Liebfrauenschule gelernt hat, war bis ins Jahr 2014 in jedem Fall weiblich. Seitdem gibt es die ersten Jungen an der Schule. Diese werden allerdings getrennt von den Mädchen in Jungenklassen unterrichtet.

Eine dieser Jungenklassen, die 8b, hatte in diesem Jahr die spannende Aufgabe im Rahmen des Ratinger Jugendkulturjahres, eine mediale Zeitreise in die Geschichte der Schule zu unternehmen. Mit Unterstützung der Medienwerkstatt des Katholischen Bildungsforums Kreis Mettmann befasste sich die gesamte Klasse, bestehend aus 29 Schülern, damit, wie man Themen für die Medien, in diesem Fall fürs Radio, technisch und redaktionell aufbereitet. Die Schüler sammelten Themen, befragten Lehrkräfte, Schulleitung, Sekretärin, ehemalige Lehrkräfte und Mitschüler zu auch ganz persönlichen Geschichten, die diese mit der Schule verbinden – und erfuhren dabei eine Menge Neues über den Wandel der Zeiten.

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Eine Auseinandersetzung mit eigenen Erinnerungen setzte den Startpunkt in die Zeitreise. Die Aufgabe: „Eine Geschichte, die ich nie vergessen werde“ inspirierte die Schüler zu ehrlichen Texten über die Schulfahrt nach Rom, den Besuch beim Papst oder an den ersten Tag an der neuen Schule. Etwas ungewohnt war es für die Schüler, anschließend diese Geschichten mit professioneller Reportagetechnik aufzunehmen, sich noch einmal anzuhören und mit Geräuschen und Musik zu mischen.

Danach ging es mit Smartphone und Audiorekorder weiter. Die für Schulen kostenlose App „Biparcours“ ermöglichte eine Art digitale Schnitzeljagd mit zu lösenden Recherche- und Interviewaufgaben. Gruppenweise erforschten die Schüler Historie und Zukunft des Schulgebäudes, fotografierten, erfuhren kleine Geschichten aus dem Sekretariat und befragten Mitschüler. Dabei sammelten sie eine Menge Material, das auf Verarbeitung wartete. Leider folgte nach diesem Termin am 13. März die Schließung der Schulen aufgrund der Corona-Pandemie.

Die Liebfrauenschule um 1912. Bild: Liebfrauenschule
Die Liebfrauenschule um 1912. Bild: Liebfrauenschule

Erst nach den Sommerferien konnte die Zeitreise wiederaufgenommen werden, unter veränderten Bedingungen und mit eingeschränkter Gruppenarbeit. Interviews mit dem Schulleiter Christoph Jakubowski, dem Klassen- und Geschichtslehrer Markus Vorpeil über aktuelle Geschehnisse und die Zukunft der Schule ergänzten das schon vorhandene Aufnahmematerial.

Ein besonderes Interview mit der beliebten, seit kurzem pensionierten, Lehrerin Marlis Droste-Guddorf setzte den Schlusspunkt und war gleichzeitig ein Höhepunkt der Zeitreise. Denn sie war nicht nur seit 1988 Lehrerin an der Liebfrauenschule, sondern hat auch als Schülerin die Schule und den Unterricht bei den Ordensschwestern erlebt.

Im nächsten Schritt montierte die Klasse gemeinsam mit Eva-Maria Marx und Tim Müller von der Medienwerkstatt das Material in die geplante Radiosendung, moderierte die Beiträge, Umfragen und Interviews und wählte die passende und gewünschte Musik aus.

Entstanden ist trotz Corona-Bedingungen eine unterhaltsame akustische Zeitreise. Sie kann im News-Bereich der Webseite des Jugendkulturjahres www.jkj2020.de gehört werden, ebenso auf der Webseite der Medienwerkstatt.