Kampf gegen die Corona-Pandemie: „Haben ungefähr die Hälfte hinter uns“

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Ministerpräsident Armin Laschet und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Düsseldorf. Foto: Land NRW / Ralph Sondermann
Ministerpräsident Armin Laschet und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Düsseldorf. Foto: Land NRW / Ralph Sondermann

Mehr als eine Million Menschen über 80 Jahre können in diesen Tagen einen Impftermin in Nordrhein-Westfalen vereinbaren. Diese Zusicherung hat Ministerpräsident Armin Laschet am Mittwoch im Landtag gegeben.

Dass es beim Start Probleme geben könnte, „wenn alle gleich zum Hörer greifen“, sei doch „logisch“, meinte Laschet. Allein am Montag gab es 40 Millionen Zugriffe auf das Online-System, berichteten die für die Vergabe der Impftermine zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen in Nordrhein und Westfalen. (Mehr dazu steht hier.) Die Vergabe der Impftermine für die mehr als eine Million Über-80-Jährigen in der NRW könne aber in den nächsten Tagen abgeschlossen werden.

Die Impfungen beginnen am 8. Februar in 53 Impfzentren im Land. Nach Angaben des Ministerpräsidenten können aktuell 70.000 Menschen pro Woche geimpft werden. Laschet bestätigte die Aussage der Bundeskanzlerin, dass bis zum Ende des Sommers jedem ein Impfangebot gemacht werden könne.

Im Februar könnten in NRW die Impfungen in Alten- und Pflegeheimen abgeschlossen werden, betonte Laschet: „Das ist eine wichtige Schutzmauer.“

Der Ministerpräsident machte aber auch deutlich, dass die Krise noch lange nicht vorbei sei. „Der Kampf gegen das Virus ist ein Marathon“, sagte Laschet, „und wir haben ungefähr die Hälfte hinter uns.“

Er verstehe sehr wohl, dass die Menschen genug hätten von den Einschränkungen. Dennoch befinde sich auch Deutschland in der „wohl kritischsten Phase der Pandemie“, die Laschet als „Jahrhundertkatastrophe“ bezeichnete.

Die Lage in den Niederlanden zeige beispielsweise, dass es Aufgabe weiterhin sei, das Niveau der Neuinfektionen zu drücken. Schon die zweite Welle der Pandemie sei deutlich heftiger gewesen als die erste. Eine dritte Welle könne verheerende Auswirkungen haben.

Das Auftreten von Mutationen habe verdeutlicht, dass heute keiner sagen könne, was im Mai, Juni oder Juli geöffnet oder geschlossen sei.

NRW habe in dieser Woche die Marke von 10.000 Todesfällen überschritten. Jeder Todesfall und jeder schwere Verlauf sei einer zuviel, erklärte der Ministerpräsident. Aber das Land habe auch mit dem „Kurs von Maß und Mitte“ sehr viele Menschenleben retten können.

Einen Langzeitplan kann es aus Sicht des Regierungschefs von NRW wegen der vielen Unwägbarkeiten nicht geben. Es sei auch nicht der Zeitpunkt, jetzt über Öffnungen zu sprechen. Dennoch werde in der Regierung ein Plan erarbeitet, in welchen Schritten Öffnungen erolgen könnten, wenn die Zeit dafür gekommen sei. Schulen und Kitas, so versicherte Laschet erneut, seien jedenfalls zuerst an der Reihe.