Wegen Corona weniger Unfälle: Anstieg jedoch beim Radverkehr

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Insgesamt gab es weniger Unfälle im Jahr 2020 - bei den Fahrradunfällen stieg die Zahl jedoch. Foto: Polizei
Insgesamt gab es weniger Unfälle im Jahr 2020 - bei den Fahrradunfällen stieg die Zahl jedoch. Foto: Polizei

Kreis Mettmann. Die Kreispolizeibehörde hat die Verkehrsunfallstatistik für das vergangenen Jahr vorgestellt: Rund 15 Prozent weniger Unfälle als im Vorjahr sind darin verzeichnet.

„Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Straßenverkehr im Kreis Mettmann werden auch in unserer Verkehrsunfallstatistik mehr als deutlich“, meint Landrat Thomas Hendele. Durch Home Office, geschlossene Geschäfte und Freizeiteinrichtungen hätten weitaus weniger Menschen am Straßenverkehr teilgenommen, „womit sich der deutliche Rückgang der Verkehrsunfälle erklären lässt“, so Hendele.

Doch es gebe auch weniger erfreuliche Entwicklungen, so der Landrat, insbesondere im Bereich der Rad- und Pedelec-Fahrer. Hier weist die Statistik für 2020 einen Anstieg um elf Prozent aus – 496 verunglückte Personen hat die Kreispolizei erfasst. Und: Knapp die Hälfte (47,1 Prozent) der verunglückten Radfahrer wurde bei den Unfällen schwer verletzt.

Ein Drittel der Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern ist nach Angaben in der Statistik Vorfälle ohne Fremdverschulden, also auf Alleinunfälle, zurückzuführen. Für 2021 will die Polizei Aufklärung und Prävention betreiben, um diesem Negativ-Trend entgegenzuwirken.

Die übrige Entwicklung bei den „schwächeren Verkehrsteilnehmenden“ fällt hingegen anders aus: Die Anzahl der im Straßenverkehr verunglückten Fußgänger (Rückgang um 36,6 Prozent auf 166 Personen) und motorisierten Zweiradfahrer (Rückgang von 7,8 Prozent auf 177 Personen) ist rückläufig.

Pro Tag statistisch 33 Verkehrsunfälle im Kreis Mettmann

„Pro Tag zählen wir im Kreis Mettmann 33 Verkehrsunfälle – meistens bleibt es dabei glücklicherweise bei einem Sachschaden. Rein statistisch betrachtet ist eine Verletzungsgefahr bei Unfällen im Kreis Mettmann sogar um rund 15 Prozent niedriger als im Landesdurchschnitt. Die Menschen können sich auf den Straßen im Kreis Mettmann also durchaus sicher fühlen“, erklärt die Leitende Polizeidirektorin Ursula Holz, Abteilungsleiterin der Kreispolizeibehörde Mettmann.

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 12.125 Verkehrsunfälle auf den Straßen im Kreis Mettmann. Das sind 2.290 Unfälle weniger als im Vorjahr – also 15,89 Prozent.

Eine positive Entwicklung zeichnet sich auch in der Unfallbilanz bei den Verkehrsunfallfluchten ab. Wurden im Jahr 2019 noch 4.016 Unfälle mit anschließender Flucht gemeldet, waren es im Jahr 2020 nur noch 3.418 Fälle – ein Rückgang von 14,4 Prozent.

Die im Straßenverkehr verletzten Personen ist insgesamt rückläufig: Die Anzahl der Schwerverletzen sank um 6,8 Prozent auf 303 Personen (2019: 325); die Anzahl der Leichtverletzten um 12,9 Prozent auf 1.234 Personen (2019: 1.417).

Bei den Todesfällen verzeichnet die Kreispolizei hingegen einen Anstieg. Zwölf Menschen kamen im Jahr 2020 bei Verkehrsunfällen auf den Straßen im Kreis Mettmann ums Leben. Das sind vier mehr als im Jahr 2019.