Nordrhein-Westfalen zieht die „Notbremse“: Termin-Shopping wird ab Montag gestoppt

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Die Fußgängerzone in Wülfrath. Wie soll sich die Stadt entwickeln? Darum geht es in einer
Die Fußgängerzone in Wülfrath. Wie soll sich die Stadt entwickeln? Darum geht es in einer "Perspektiven-Werkstatt". Foto: Kling

Düsseldorf. Nordrhein-Westfalen zieht die „Notbremse“: Wegen der gestiegenen Inzidenz werden Öffnungsschritte wieder zurückgenommen. Das hat Ministerpräsident Armin Laschet in der Nacht in einer Pressekonferenz erklärt.

Nordrhein-Westfalen setze das von Bund und Ländern beschlossene Konzept „eins zu eins“ um, betonte Laschet. Dieses Konzept sehe vor, dass die sogenannte Notbremse gezogen werde, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz den Wert von 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an drei Tagen hintereinander überschreite.

Laschet geht davon aus, dass dies am Mittwoch der Fall sein wird. Das bedeute landesweit, dass die Anfang März beschlossenen Lockerungen zurückgenommen werden. Insbesondere betroffen ist davon das „Termin-Shopping“. Künftig dürfen die Geschäfte wieder nur „click and collect“ anbieten: Bestellte Ware kann abgeholt werden, das Einkaufen im Geschäft wird wieder verboten.

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Dem Ministerpräsidenten zufolge tritt die neue Regelung am Montag, 29. März, in Kraft. Bis dahin ist offenbar noch Termin-Shopping möglich.

Scharfe Kritik übte Laschet an der Entscheidung der Bundesregierung, Reisen nach Mallorca wieder gestattet zu haben. Er habe „kein Verständnis für diese Entscheidung“, sagte der Ministerpräsident.

Bei der beschlossenen „Osterruhe“ vom 1. bis 5. April gelte das Motto: „Wir bleiben zuhause. Wir verreisen nicht.“ Die „Ausstufung“ Mallorcas  als Risikogebiet durch die Bundesregierung passe nicht in dieses Konzept. „Das hätte man sich ersparen können, wenn man einen größeren Blick auf die Wirkung dieser Maßnahme gehabt hätte.“ Laschet erwartet, dass Fluggesellschaften dafür sorgen, dass alle Reisenden vor der Rückkehr nach Deutschland noch einmal getestet werden.

Er sei sich im Klaren, dass viele Menschen auf andere Entscheidungen gehofft hätten. Die jetzt verbreitete britische Mutante aber sei deutlich ansteckender, habe eine höhere Sterblichkeit zur Folge und führe auch bei jüngeren Menschen zu einer längeren Verweildauer auf den Intensivstationen. „Man muss sich das so vorstellen, dass das alte Virus fast besiegt ist, aber dass wir eine neue Pandemie haben, mit einem neuen Virus, und genau darauf müssen wir uns einstellen.“

„Die Entwicklung lässt sich nicht anders bremsen“, betonte Laschet. Er halte weiterhin nichts von Ausgangsverboten („keine Lösung“), deshalb müsse jetzt noch einmal alles getan werden, um die Kontakte zu beschränken.

„Wir kommen beim Impfen voran“, betonte Laschet, “ das ist der zentrale Schlüssel. Im April würden bundesweit wöchentlich 2,25 Millionen Impfdosen an die Impfzenztren geliefert. Ab 5. April erhalten nach Angaben der Ministerpräsidenten die Arztpraxen zusätzlich bundesweit eine Millionen Impfdosen.

„Die Planungen für die Gruppe über 70 laufen auf Hochtouren“, versicherte Laschet. „Wir brauchen jetzt noch ein paar Wochen Geduld. Dann werden wir viele, viele Millionen Menschen geimpft haben.“ Das erhöhe die Chance, „das Virus bis zum Sommer zu überwinden.“