Homeoffice-Ticket des VRR: Preise für die Pilotphase stehen fest

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Ein noch leerer Bus der Rheinbahn. Foto: Volkmann
Ein noch leerer Bus der Rheinbahn. Foto: Volkmann

Kreis Mettmann/NRW. Am Mittwoch hat der Verwaltungsrat des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr den Weg geebnet für das neue „FlexTicket“ als Antwort auf den Homeoffice-Boom.

„Brauchen Mitarbeiter im Homeoffice ein Firmen-Ticket für den Nahverkehr? Die Antwort klingt wie von Radio Eriwan. Im Prinzip ja, aber nicht für die Tage im Homeoffice sondern für alle anderen Tage“, scherzt CDU-Politikerin Alexandra Gräber. Sie vertritt den Kreis Mettmann in den Gremien des VRR.

Das „FlexTicket“ getaufte Modell sieht vor, dass ein monatlicher Grund­betrag von 20 Euro vom Arbeitnehmer oder auch gegebenenfalls steuerfrei vom Arbeit­geber gezahlt wird. Im Gegenzug kann der Inhaber des Tickets dann inner­halb von 30 Tagen zwölf vergünstigte 24-Stunden-Tickets kaufen.

Auch die Fahrpreise, mit denen das Ticket in die Pilotphase geht, hat der Verwaltungsrat beschlossen. Neben den 20 Euro Grundbetrag entstehen dann jeweils die folgenden Kosten für die Tagestickets:

  • Preisstufe A: 2,50 Euro
  • Preisstufe B: 4,40 Euro
  • Preisstufe C: 6,60 Euro
  • Preisstufe D: 8,60 Euro

Ein Beispiel: Wer das Ticket vollausnutzt, also alle zwölf Fahrten fährt, zahlt in der höchsten Preisstufe D insgesamt 123,20 Euro. Zum Vergleich: Ein nicht an ein Abonnement gebundenes Ticket 2000 kostet derzeit für 30 Tage laut VRR für die Preisstufe D 205,80 Euro, wer erst ab 9 Uhr fährt zahlt 156,10 Euro.

Homeoffice-Arbeitende pendeln mehrmals wöchentlich

„Trotz Homeoffice pendeln viele Arbeitnehmer weiterhin an zwei bis drei Tagen zur Arbeit“, so Alexandra Gräber. „Das wird den Nah­verkehr nachhaltig verändern“.

Die Entwicklung zu mehr Videokonferenzen und Homeoffice werde sich nach der Corona-Pandemie nicht ins Gegenteil verkehren. „Das Angebot ist ein Teil der Kundenrückgewinnung im Nahverkehr“, meint Gräber.

Eine vom VRR beauftragte Umfrage lässt das Ausmaß erkennen. Laut im März veröffentlichtem Befragungsergebnis ist der Anteil der Nie-Nutzer von einem Viertel auf jetzt 55 Prozent gestiegen. In den Gremien des VRR ist daher jetzt ein flexibles Ticket beraten worden, das gerade auf Kunden im Homeoffice ausgerichtet ist.

Das neue Abo-Modell soll zunächst mit der Düsseldorfer Rheinbahn AG und Großkunden starten. Die Erprobung soll über zwei Jahre erfolgen. Dazu Alexandra Gräber abschließend: „Der VRR hat den Tarif gemacht. Weitere Verkehrsunternehmen können ihn jetzt auch anbieten. Und das wünsche ich mir.“