So läuft es mit dem Schnelltest

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Die Zahl an Corona-Tests soll deutlich erhöht werden, um mehr Überblick über das Infektionsgeschehen zu erlangen. Foto: Mathias Kehren
Sehr gefragt in diesen Tagen: Corona-Schnelltests. Hier wird die Probe aus dem Rachen entnommen. Foto: Mathias Kehren

Kreis Mettmann. Es geht alles ruckzuck. Vor der Anmeldung steht niemand. Ich bin sofort dran. Auf einem Schild steht, was ich machen muss: Temperatur messen, Hände desinfizieren, Personalausweis abgeben.

Seit Nordrhein-Westfalen die sogenannte Notbremse gezogen hat, weil die Zahlen der Corona-Infizierten wieder nach oben schnellen, ist Testen sehr gefragt. Denn seit dieser Woche ist das sogenannte Termin-Shopping nur noch mit Nachweis eines aktuellen Tests erlaubt.

Prinzip wie beim Selbsttest, nur mit offizieller Bescheinigung

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Seitdem veröffentlicht der Kreis die verschiedenen Teststellen, die es in den Städten gibt. Die Liste wird täglich länger, immer neue kommen hinzu.

Der Test ist im Prinzip derselbe wie der Selbsttest für zuhause, erklärt mir der Helfer des DRK, das die Betreuung des neuen Wülfrather Testzentrums am Real-Markt übernommen hat. Seit Donnerstag ist der Container am Ende des Einkaufszentrums geöffnet. Betreiber ist die Neue Apotheke, Inhaberin Sonja Henseler hat das Rote Kreuz als Partner gewinnen können.

Apotheken und niedergelassene Ärzte sind oft als Teststationen aufgeführt. Bei allen ist der entscheidende Unterschied zum Selbsttest für Zuhause: Die Getesteten bekommen eine offizielle Bescheinigung, die sie beim Einkaufen oder beim Museumsbesuch vorlegen können. Die darf aber nicht älter als 24 Stunden sein.

Das Messen der Temperatur ist simpel: Ich halte die Stirn vor das Messegerät, es macht einmal „piep“, die Temperatur wird angezeigt. Alles in Ordnung. Hände desinfizieren können wir inzwischen nach einem Jahr Pandemie. Dann reiche ich meinen Ausweis dem Mann vom Roten Kreuz, der in dem Container hinter dem Schild „Anmeldung“ sitzt.

Er gibt meine Daten in den Computer ein. „Die werden jetzt gespeichert?“, frage ich. „Bei uns nicht“, erklärt er. Die Aufnahme der Daten dient hier in der Wülfrather Teststation nur dazu, dass die Bescheinigung mit Namen, Adresse und Geburtsdatum ausgedruckt werden kann. Und weil hier nichts gespeichert wird, können die Menschen sich an dieser Teststation prinzipiell auch täglich testen lassen.

Wartezeiten an Teststellen ohne Termin einplanen

Es geht nicht überall so schnell wie hier jetzt am ersten Tag in Wülfrath. In Heiligenhaus an der Teststation neben dem Rathaus standen die Menschen am Mittag noch in einer langen Schlange. Und in Velbert am Stadion soll jemand auch schon mal eineinhalb Stunden gebraucht haben. Es ist eben relativ, was man unter einem „Schnelltest“ verstehen kann.

Wobei: Der Test selbst geht ruckzuck. Am zweiten Fenster führt der nächste DRK-Helfer das Teststäbchen in mein rechtes Nasenloch und dreht es kurz. „Das kitzelt jetzt ein bisschen“, sagt er. In der Tat: Es kitzelt. Auch im linken Nasenloch, das sofort danach an der Reihe ist. Dann bin ich schon fertig.

Die meisten Teststellen, die auch täglich unter www.supertipp-online.de zu finden sind, machen den Schnelltest mit Terminvereinbarung. Bei den genannten Teststellen ist ein Schnelltest ohne Termin möglich. Das ist offenbar sehr gefragt, was die Warteschlangen und -zeiten erklärt. Und diese Teststellen sind auch samstags geöffnet, was für mögliche Wochenendaktivitäten auch nicht unwichtig ist.

Ich muss jetzt eine Viertelstunde warten, bis ich mein Ergebnis bekomme. Für die Firma Real lohnt es sich in diesem Fall, das Gelände zur Verfügung zu stellen: Ich nutze die 15 Minuten, um Getränke für Ostern einzukaufen.

Bei positivem Test ist eine umgehende Quarantäne vorgeschrieben – auch für Partner

Meine Bescheinigung ist jedenfalls nach einer Viertelstunde fertig. „Negativ“ ist umkringelt. Daneben der Stempel der Teststelle und die Unterschrift des DRK-Helfers. Diese Bescheinigung ist ein offizielles Dokument, trägt das Wappen des Landes und den Hinweis, dass die Fälschung eines solchen Dokuments mit einer Geldbuße in Höhe von 1.000 Euro geahndet wird.

Und wer sich zu einem Schnelltest begibt, sollte auch wissen: „Bei einem positiven Ergebnis muss sich die Person unmittelbar in Quarantäne begeben“, erläutert die Bescheinigung. Das gilt auch für Haushaltsangehörige. Erst mit einem negativen PCR-Test kann die Quarantäne beendet werden.

Der DRK-Helfer formuliert es etwas lockerer, auf meine Frage, was denn bei einem positiven Ergebnis wäre: „Dann hätten Sie jetzt 14 Tage Homeoffice.“