IHK zum Brexit: Negative Auswirkungen auf den Handel deutlich spürbar

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100 Tage nach dem Brexit zieht die Industrie- und Handelskammer Düsseldorf eine Zwischenbilanz. Foto: pixabay
100 Tage nach dem Brexit zieht die Industrie- und Handelskammer Düsseldorf eine Zwischenbilanz. Foto: pixabay

Düsseldorf/Kreis Mettmann. Die IHK Düsseldorf zieht 100 Tage nach dem Brexit eine Zwischenbilanz: Die negativen Auswirkungen auf den Handel seien spürbar; Anfragen hat die Industrie- und Handelskammer rund 16.000 registriert.

“100 Tage nach dem Brexit und dem vorläufig in Kraft getretenen Handels- und Kooperationsabkommen sind die negativen Auswirkungen auf den Handel mit dem Vereinigten Königreich in der Region deutlich spürbar. Das können wir an der Vielzahl der Anfragen ablesen, die uns über alle Kanäle erreichen”, zieht Ralf Schlindwein, Geschäftsführer International der IHK Düsseldorf, eine Bilanz der ersten 100 Tage.

“Über Telefon, per E-Mail, über unsere Brexit-Helpdesk-Seiten und über Webinare haben wir seit Jahresbeginn Unternehmen rund 16.000-mal geholfen”, so Schlindwein.

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Die Umstellung auf das Abkommen, so Schlindwein weiter, sei mit großen Herausforderungen für die Firmen verbunden. Dazu zählten vor allem die Anpassungen von Warenwirtschaftssystemen sowie der Umgang mit den Ursprungsregeln und Registrierungspflichten beim Zoll. Insbesondere Exporteuren mit wenig Erfahrung bei Geschäften außerhalb der EU bereiteten die zahlreichen neuen Anforderungen erheblichen Frust.

Das Vereinigte Königreich gehöre für die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen nach wie vor zu den Top-10-Exportmärkten, so die IHK, “ist jedoch in den vergangen vier Jahren aufgrund des Exportrückgangs um rund ein Drittel vom dritten Platz auf den achten Platz abgerutscht”.

Angesichts des starken Ausfuhr-Einbruchs im Januar um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat dürfte der Exportmarkt UK im Laufe des Jahres vorerst weiter an Boden verlieren, so die Einschätzung der IHK Düsseldorf.

“Für zusätzliche Verunsicherung bei unseren Mitgliedern sorgt das Damoklesschwert, dass ein No-Deal-Brexit nicht gänzlich vom Tisch ist, denn das Europäische Parlament hat das Abkommen noch nicht ratifiziert. Die Frist hierfür endet am 30. April 2021. Die nächsten drei Wochen sind daher von großer Bedeutung für die Zukunft der Handelsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich”, betont Schlindwein abschließend.

Fragen zum Brexit beantwortet die IHK auf ihrer Website unter www.duesseldorf.ihk.de/brexit oder telefonisch unter 0211 3557 342 (Savas Poyraz) und unter 0211 3557 217 (Robert Butschen).