Corona-Inzidenz und Impfungen: Kreis Mettmann liefert Erklärungen

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Corona: Der Kreis Mettmann hat einige Erklärungen zu Inzidenz und Impfgeschehen geliefert. Foto: Volkmann
Corona: Der Kreis Mettmann hat einige Erklärungen zu Inzidenz und Impfgeschehen geliefert. Foto: Volkmann

Kreis Mettmann. Die Kreisverwaltung hat sich zur Corona-Inzidenz sowie zu den Impfungen im Kreis Mettmann geäußert. 

Zahlreich sind Bürgerinnen und Bürger mit Fragen zu den Inzidenzwerten und zu den Corona-Impfungen auf mehreren Kanälen, unter anderem via Facebook, an den Kreis Mettmann herangetreten. Dort hatte die Kreisverwaltung Antworten geliefert, nun legt man mit einer Zusammenfassung nach.

Infektionszahlen im Kreis Mettmann sowie Corona-Inzidenz

Ausgesprochene „Hotspots“ gebe es im Kreis Mettmann nicht, so die Kreisverwaltung.

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Das Infektionsgeschehen sei nach wie vor sehr diffus und erstrecke sich vor allem auf den privaten bzw. familiären Bereich. Zwar habe es zuletzt einige Ausbrüche in Flüchtlingsunterkünften gegeben, doch selbst wenn man diese aus den Infektionszahlen herausgerechnet hätte, wäre die Inzidenz im Kreis nicht unter den Schwellenwert von 165 gesunken. Zudem werde gerade mit mobilen Teams in den Flüchtlings- und Obdachlosenunterkünften in den kreisangehörigen Städten geimpft.

„Zum Monatswechsel April/Mai hatte der Kreis durch personelle Ausfälle und gleichzeitige technische Probleme eines Labors nicht unerhebliche Rückstände bei der Meldung von Infektionsfällen an das RKI“, erläutert die Kreisverwaltung. Deshalb sei der Inzidenzwert scheinbar gesunken und erreichte am 2. Mai einen „unrealistisch niedrigen Wert von 152“, so der Kreis Mettmann.

Anfang der vergangenen Woche habe man deshalb noch einmal zusätzliches Personal im Gesundheitsamt eingesetzt, um die Fälle aufzuarbeiten. „Durch die Nachmeldungen flossen täglich über 200 Neuinfektionen in die Statistik ein, wodurch der Inzidenzwert rechnerisch auf über 200 anstieg“, erklärt der Kreis Mettmann. Am Montag, 10. Mai, lag die Inzidenz rechnerisch bei 224,5.

Inzwischen sei der Rückstand bei der Erfassung der Neuinfizierten jedoch aufgearbeitet, das hatte die Kreisverwaltung bereits am 9. Mai mitgeteilt und weist nun erneut darauf hin.

„Die inzwischen wieder tagesaktuellen Erfassungen haben in den vergangenen Tagen gesunkene Infektionszahlen ergeben, sodass davon ausgegangen werden kann, dass sich der Inzidenzwert auch im Kreis Mettmann in den kommenden Tagen deutlich nach unten entwickeln wird“, so die Prognose der Kreisverwaltung.

Konfrontiert wurde der Kreis Mettmann unter anderem mit der Vermutung, dass der Kreis in der vergangenen Woche bei tagesaktueller Erfassung der Neuinfektionsfälle den für die Schulöffnung maßgeblichen Inzidenz-Schwellenwert von 165 womöglich unterschritten hätte. Die Kreisverwaltung erklärt hierzu, dass dem nicht der Fall wäre: „Der Wert wäre nicht – und schon gar nicht an den erforderlichen fünf aufeinanderfolgenden Tagen – unterschritten worden.“

Auch korrigiere das RKI die Inzidenzwerte nicht rückwirkend und erklärt dazu: „Bei den Sieben-Tage-Fallzahlen und -Inzidenzen für frühere Tage muss berücksichtigt werden, dass es sich um die jeweils an dem angegebenen Tag berichteten Werte handelt, die nicht durch an Folgetagen nachübermittelte Fälle aktualisiert werden (für den Berichtstag „eingefrorene“ Werte).

Diese Werte sind für das In- und Außerkrafttreten der bundeseinheitlichen Maßnahmen nach § 28b des Infektionsschutzgesetzes („Bundesnotbremse“) maßgeblich. Die Zugrundelegung der „eingefrorenen“ Werte stellt sicher, dass die Werte keinen Schwankungen unterliegen und sich die von den Maßnahmen Betroffenen auf das In- bzw. Außerkrafttreten dieser mit einem zeitlichen Vorlauf einstellen können.“

Stand der Corona-Impfungen im Kreis Mettmann

Auch zum Imfpgeschehen im Kreis Mettmann nimmt die Kreisverwaltung Stellung, insbesondere zu dem immer wieder erhobenen Vorwurf, dass der Kreis Mettmann ein besonders langsames Impf-Tempo an den Tag lege.

Der Kreis weist hierzu auf Folgendes hin: „Das oft zitierte Ranking fußt auf den Angaben der kassenärztlichen Vereinigung. Der Kreis Mettmann ist nicht schlechter als andere Kommunen. Der Kreis verimpft alles, was ihm an Impfstoffmengen zugewiesen wird, und bemüht sich fortgesetzt um zusätzliche Kontingente.“ Im Mai erhalte der Kreis nun 13.200 Impfdosen mehr als im Impferlass des Landes vorgesehen.

„Allerdings bekommen andere Kommunen mit z.B. großen Krankenhäusern bzw. Kliniken noch mehr Impfstoff“, so die Kreisverwaltung. „Obendrein leben im Kreis Mettmann mehr alte und vorerkrankte Menschen als in den meisten anderen Kommunen, was in der Impfstoffzuteilung (trotz zum Teil erfolgreicher Intervention beim Land) nicht adäquat berücksichtigt wird. Hinzu kommt, dass die kassenärztliche Vereinigung nicht alle Impfungen in Einrichtungen und Krankenhäusern erfasst hat.“

Schließlich werde derzeit immer wieder die Frage aufgeworfen, ob der Kreis Mettmann – dem Beispiel benachbarter Großstädte folgend – in verdichteten Wohnlagen mobile Impfaktionen durchführen wird, um die Durchimpfung bestimmter Stadt- bzw. Bevölkerungsteile voranzutreiben.

Zu diesem Thema hat der Kreis bereits mit den Städten über die örtlichen Stäbe Kontakt aufgenommen: Das MAGS NRW hat mit Eingang des 19. Impferlasses vom 5. Mai in Aussicht gestellt, hierzu mit einem gesonderten Erlass auf die Kreise und kreisfreien Städte zuzugehen. Nach Eingang dieses angekündigten Erlasses und der Erkenntnis über entsprechend zusätzlich zugeteilte Impfstoffmengen wird der Kreis unverzüglich mit den kreisangehörigen Städten das weitere Vorgehen konkret abstimmen.