Umfrage am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium: Homeschooling „anstrengend“

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Ein Junge lernt für die Schule. Foto: pixabay
Ein Junge lernt für die Schule. Foto: pixabay

Ratingen. Am Ratinger Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium hat man im März Feedback zum digitalen Unterricht eingeholt. Inzwischen liegen die Ergebnisse der Umfrage unter Lehrkräften und Schülern vor.

Befragt wurden am am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Ratingen-West rund 485 Schülerinnen und Schüler sowie 36 Lehrkäfte zum virtuellen Lernen und Lehren. Die schulinterne Arbeitsgemeinschaft „Gesunde Schule“, eine 14-köpfige Steuerungsgruppe aus Lehrerinnen, Eltern und Schüler, haben die Umfragen vom 15. und 26. März in anonymisierter Form durchgeführt.

Die Ergebnisse zeigen ein gemischtes Bild zum Homeschooling: Zunächst beschreibt ein Großteil der Schulgemeinschaft das Distanzlernen mit positiven Ausdrücken, etwa  „angenehm“, „produktiv“ oder „gut“. Ein Effekt, der auch damit begründet werden kann, dass die Arbeitsgruppe „Digitale Schule“ dafür gesorgt hat, dass das Kollegium mit funktionsfähiger Hard- und Software ausgestattet wurde.

Häufig wurde allerdings auch geäußert, dass die Zeit in der Homeschooling-Phase als „anstrengend“ oder „stressig“ empfunden wird – sogar gesundheitliche Probleme wurden spürbar bei den Befragten: In der Erprobungs- und Mittelstufe haben etwas mehr als 50 Prozent der Schüler Beeinträchtigungen wie Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen angegeben, in der Oberstufe waren es sogar 81 Prozent der Schüler. Auch ein Großteil der Lehrer bemerkte gesundheitliche Veränderungen durch die längeren Arbeitszeiten am Bildschirm. Zudem wirke der erhöhte Arbeitsaufwand und die Planungsunsicherheit belastend auf sie ein.

„Deshalb ist es nun umso wichtiger, die durch den Distanzunterricht entstehenden Belastungen unserer Schülerschaft und des Kollegiums genauer in den Blick zu nehmen. Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen auf, an welchen Stellschrauben wir noch drehen können“, so Ellen Wolter, Leiterin der Steuergruppe.

Die schulinterne Arbeitsgemeinschaft hat nun Vorschläge erarbeitet, die unter anderem die zeitlichen Vorgaben in den schulinternen Regelungen zum Distanzunterricht betreffen. Außerdem will man dem Kollegium Anregungen geben, wie man die Schüler bei der Stressbewältigung unterstützen kann. Sowohl den Schüler als auch den Lehrkräften sollen zudem Bewegungsübungen zur gesundheitlichen Prävention an die Hand gegeben werden.

Schüler und Lehrer wünschen sich vor allem, „so gut wie möglich, in Anbetracht der erwarteten Flexibilität und des geforderten Durchhaltevermögens, gesund an Leib und Seele durch diese Pandemie zu kommen“, fasst man bei der Steuerungsgruppe „Gesunde Schule“ zusammen. Dabei den schulischen Erfolg zu fördern, solle nicht zum Kraftakt Einzelner werden.