Corona-Inzidenz im Kreis Mettmann kratzt bereits am nächsten Meilenstein

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Das Ziel im Blick: Es könnte schnell gehen mit dem Unterschreiten der Inzidenz von 35 im Kreis Mettmann. Foto: Volkmann
Das Ziel im Blick: Es könnte schnell gehen mit dem Unterschreiten der Inzidenz von 35 im Kreis Mettmann. Foto: Volkmann

Kreis Mettmann. Die Corona-Inzidenz liegt am heutigen Sonntag laut Landeszentrum Gesundheit und Robert-Koch-Institut bei 36 – im Kreis Mettmann kratzt man damit bereits an der nächsten Grenze.

Vor einigen Wochen sah es im Kreis Mettmann bezüglich der Coronavirus-Lage deutlich dramatischer aus: Mit einer Inzidenz von weit über 200 zählte der Kreis zu jenen Gebieten, die von der pandemischen Entwicklung besonders betroffen waren, und in Velbert und Ratingen hätte die Ausbreitung der indischen Doppelmutante B.1617 (inzwischen von der WHO als „Delta“ und „Kappa“ bezeichnet) das Geschehen negativ beeinflussen können.

Es sollte anders, besser kommen: Die Bundes-Notbremse fiel, die Corona-Inzidenz sank unter 50 und inzwischen steht man im Kreis Mettmann bereits davor, die nächste Schwelle zu unterschreiten.

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Mit einer aktuellen Sieben-Tages-Inzidenz von 36 fehlt nicht viel, um einen in der nordrhein-westfälischen Coronaschutzverordnung festgelegten Wert von unter 35 für das Inkrafttreten der „Stufe 1“ zu erreichen. Erneut winken Lockerungen. Erneut müsste der Trend nach Unterschreiten der Grenze für fünf Werktage gehalten werden, damit die Inzidenz als „stabil“ gewertet wird. Genau das müsste das Land vorab offiziell bestätigen.

Dabei ist das kurzfristige Ziel ein anderes. Derzeit geht es noch darum, die Lockerungen der „Stufe 2“ der Coronaschutzverordnung zu realisieren. Hierfür müsste die Inzidenz fünf Werktage lang unter 50 liegen – weil das am Freitag erstmals seit einem halben Jahr der Fall gewesen ist, haben die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Mettmann davon bislang zwei von fünf Tagen geschafft. Der heutige Sonntag zählt nämlich nicht mit.

Erste Lockerungen ab Freitag möglich

Frühestens ab Freitag, 11. Juni, könnte also gelockert werden: Dann wären Treffen im öffentlichen Raum ohne Begrenzung für Angehörige aus drei Haushalten erlaubt, private Veranstaltungen könnten – Negativtests vorausgesetzt – gar in Innenräumen mit bis zu 50 Gästen durchgeführt werden, nicht jedoch Partys, und sogar Freizeitparks dürften öffnen, sofern auch die Landes-Inzidenz unter 50 liegt.

Weil die Inzidenz, vermutlich auch durch den Feiertag und das lange Wochenende, deutlich gesunken ist, winken theoretisch bereits direkt ab dem 13. Juni weitere Lockerungen. Sollte die Inzidenz den Wert von 35 am morgigen Montag unterschreiten, wären die Voraussetzungen gemäß Coronaschutzverordnung am Freitag geschaffen. Zwei Tage später dürften dann weitere Beschränkungen fallen.

Insbesondere für die Gastronomie wäre das eine Erleichterung: Liegt nämlich die Landesinzidenz ebenfalls unter 35, so wären Bewirtungen in Innenbereichen sogar ohne vorherige Tests möglich. Passend zum nahenden Sommer könnten zudem Freibäder ohne Testerfordernis öffnen. Und wenn der Trend sich auch am 1. September noch bestätigt, wären Musikfestivals möglich, Sportfeste ohne Personenbegrenzung oder Jahr- und Spezialmärkte mit Kirmeselementen oder Volksfeste.

Das ganze Zahlenwerk spiegelt das pandemische Geschehen wider und das wiederum das umsichtige Verhalten vieler Menschen. Für mögliche Lockerungen bedeutet das also, die geltenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen konsequent einzuhalten und somit die Corona-Zahlen weiter nach unten zu treiben – darauf hatte bereits RKI-Chef Lothar Wieler hingewiesen.