Oberschlesier starten Podcast

415
Christoph Martin Labaj, Kulturreferent der Oberschlesier, freut sich auf Interviewpartner. Foto: Verein
Christoph Martin Labaj, Kulturreferent der Oberschlesier, freut sich auf Interviewpartner. Foto: Verein

Ratingen. Die Landsmannschaft der Oberschlesier in Ratingen (LdO) startet in Zusammenarbeit mit dem Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit in Gleiwitz/Gliwice (Polen) und der Stiftung Haus Oberschlesien in Ratingen (SHOS) ein gemeinsames multimediales Projekt.

Das Projekt soll der Erhaltung und Vermittlung des Kulturerbes der ehemaligen deutschen Provinz Oberschlesien, heute Woiwodschaft Schlesien (województwo śląskie) und Woiwodschaft Oppeln (województwo opolskie), dienen – sowie der Völkerverständigung in Europa.

Geplant sind im Rahmen des neues Formats unter anderem Zeitzeugen-Gespräche. Interviewt werden vom Kulturreferenten der Oberschlesier Zeitzeugen von Flucht und Vertreibung aus damaligen deutschen Gebieten, die in den Jahren 1945 bis 1960 stattfand. Weiterhin stehen Aussiedler, die als Deutsche beziehungsweise Deutschstämmige, insbesondere in den 1980er-Jahren, in die Bundesrepublik eingewandert sind, im Mittelpunkt des Projekts.

-Anzeige-

Auch hierzulande geborene Nachkommen seien dabei gefragt, ruft der Verein auf. „Die deutsche Minderheit, die in dem Teil Polens bis heute verblieben ist, hat bereits mit den Interviews begonnen“. Die Themenbreite sei groß und könne von persönlichen Erlebnisgeschichten bis hin zu spezifischen Themen, wie Bräuche und religiöses Leben, gehen. Interviewpartner können auch thematische Wünsche äußern.

Die durchgeführten Interviews werden als Podcast zum Anhören auf der deutschsprachigen Internetseite der Oberschlesier abrufbar sein. Das Land NRW, das seit 1964 die Patenschaft über die LdO und seit 2001 die Partnerschaft über die beiden Woiwodschaften übernimmt, begrüßt dieses Vorhaben. Es leben rund 400.000 Menschen mit oberschlesischen Wurzeln in NRW.

„Wir freuen uns über jeden, der sich zum Interview persönlich oder telefonisch bereit erklärt“, so Kulturreferent Christoph Martin Labaj. „Innerhalb Nordrhein-Westfalens kann das Interview auch bei Ihnen vor Ort durchgeführt werden.“