Corona: NRW-Städte an der Spitze

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Die Corona-Karte weist für NRW ein hohes Infektionsgeschehen aus. Foto: Volkmann
Die Corona-Karte weist für NRW ein hohes Infektionsgeschehen aus. Foto: Volkmann

NRW. Die Corona-Zahlen steigen deutlich: In Nordrhein-Westfalen liegt die Inzidenz laut Landeszentrum Gesundheit bei 83,4 – ein Plus von 11,8 im Vergleich zum Vortrag.  

Inzwischen stehen nordrhein-westfälische Städte bei den Inzidenzwerten ganz oben im Dashboard des Robert-Koch-Instituts. Insgesamt 4.008 neue Covid-19-Fälle hat die oberste Seuchenbehörde für NRW registriert. Fast durchgehend rot ist die Landkarte, welche die Verteilung des Infektionsgeschehens sichtbar macht im Westen der Republik.

Am heutigen Freitag ist die neue NRW-Coronaschutzverordnung in Kraft getreten. Diese sieht nun keine Maßnahmenstufen mehr vor, sondern regelt Einsetzen der 3G-Erfordernis mit einer einzigen Inzidenzgrenze: 35.

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Darunter liegt in Nordrhein-Westfalen am heutigen Freitag nur noch der Landkreis Kleve (30,7). In den übrigen Kommunen ist die Schwelle überschritten – und selbst für Kleve hat das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium die 3G-Regel festgestellt, denn: „Hiermit wird festgestellt, dass die Regelungen des § 4 Abs. 2 und 3 CoronaSchVO in folgenden Gebieten gelten: Ab dem 20. August 2021 bis auf Weiteres: In allen Kreisen und kreisfreien Städten des Landes Nordrhein-Westfalen.“

Das MAGS begründet hierzu: „Am 20. August 2021, dem Tag des Inkrafttretens der CoronaSchVO vom 17. August 2021, lag die 7-Tages-Inzidenz der Neuinfektionen landesweit an mehr als fünf Tagen hintereinander bei mehr als 35. Daher gelten die
Regelungen nach § 4 Absatz 2 und 3 CoronaSchVO ab diesem Tag landesweit.“

Besonders hoch fallen die Corona-Inzidenzwerte derzeit in Wuppertal (130,9), Bielefeld (130,5) und Solingen (128,1). Auch an der Spitze des RKI-Dashboards steht eine Kommune aus NRW: Leverkusen mit 149,6 Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner.

Die Lage im Kreis Mettmann wirkt dabei mit einer Corona-Inzidenz von 88,6 fast schon entspannt. Dennoch: Auch in den kreisangehörigen Städten gibt es zusammen 106 neue Covid-19-Fälle im Vergleich zum Vortag. Seit Anfang Juli steigen die Infektionszahlen deutlich. Am 1. Juli lag die Inzidenz bei 3,3 – der aktuelle Wert liegt rund 27 Mal höher.

Gefährdung für Geimpfte „moderat“

Das Robert-Koch-Institut schätzt die Gefährdung für die Gesundheit der nicht oder nur einmal geimpften Bevölkerung in Deutschland insgesamt weiterhin als „hoch“ ein. Für vollständig Geimpfte wird die Gefährdungslage inzwischen als „moderat“ eingeschätzt. Das RKI stellt jedoch auch fest: Diese Einschätzung könne sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern.

Quelle: RKI
Demografische Verteilung der Corona-Inzidenz. Quelle: RKI

Der Sieben-Tage-R-Wert, den das RKI als Prognosefaktor heranzieht, liegt bei deutlich über 1. Die Schätzzahl gibt an, „wie viele Personen ein Covid-19 Fall vor 8 bis 16 Tagen im Mittel etwa angesteckt hat“. Die vierte Welle macht das Robert-Koch-Institut unter anderem an dem steigenden Anteil der PCR-Testergebnisse fest – bei etwa gleichgebliebener Testanzahl. In seinem Wochenbericht stellt das RKI mehrere Kennziffern fest, um die pandemische Lage zu bewerten: nahezu alle Trends weisen nach oben – mit Ausnahme der Todesfälle.

Besonders hoch ist die 7-Tage-Inzidenz derzeit bei den Jüngeren, auch das geht auch den RKI-Daten hervor. So liegt die Inzidenz für die Altersgruppe der fünf- bis 14-Jährigen bei 71,2. In der Gruppe der 15- bis 34-Jährigen sind es sogar 85,9. Das verdeutlicht das RKI in seinem wöchentlichen Lagebericht auch durch eine Grafik, welche die demografische Verteilung sichtbar macht.

Nicht mehr ganz so rasant wie derzeit die Infektionszahlen steigt die Zahl der Impfungen. Hatten RKI und Bundesgesundheitsministerium zuvor tageweise deutlich über eine Million verabreichte Impfdosen pro Tag registriert, so sind es nach Daten des Impfdashboards derzeit durchschnittlich 315.215 als Mittel der letzten sieben Tage.

Als vollständig geimpft gelten in Deutschland 58,2  Prozent der Gesamt­bevölkerung; in Nordrhein-Westfalen liegt dieser Anteil bei 60,8 Prozent. Mit mobilen Impfaktionen wollen die Kommunen potenzielle Impfwillige erreichen, so auch im Kreis Mettmann: hier gibt es am Wochenende in mehreren Städten entsprechende Möglichkeiten, sich die Spritze abzuholen. In anderen Städten setzt man auf außergewöhnliche Angebote mit Unterhaltungswert, um Menschen in die Impfzentren zu locken – so etwa in Essen: dort ist mit der German Garrison Deutschlands bekannteste Star-Wars-Kostümtruppe zu Gast, die sich für Fotos anbieten – nach der Impfung allerdings.