Architektur des Aalto-Theaters ist jetzt virtuell zu erleben

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Das Foyer des Aalto-Theaters. Foto: Thomas Schwoerer
Das Foyer des Aalto-Theaters. Foto: Thomas Schwoerer

Essen. Die einzigartige Architektur des Essener Aalto-Theaters ist jetzt auch virtuell zu erleben: Ein neuer digitaler Rundgang bietet einen 360-Grad-Einblick in das Foyer wie auch in den Zuschauerraum des Musiktheaters.

Von der wellenförmigen Garderobentheke über die geschwungenen Balkone des Foyers bis hin zum ganz in den Farben Blau und Weiß gehaltenen Zuschauersaal – Alvar Aaltos kreative Ideen zur Innenausstattung und die beeindruckende Raum- und Lichtdramaturgie lassen sich somit am eigenen Handy oder Laptop bewundern. Das Angebot richtet sich nicht zuletzt an Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen keine Möglichkeit haben, das Aalto-Theater selbst zu besuchen. Hinzu kommt, dass pandemiebedingt nach wie vor keine Führungen vor Ort stattfinden können. Das Haus öffnet sich damit unabhängig von persönlichen Einschränkungen oder Öffnungszeiten. Und das ist ganz im Sinne Alvar Aaltos, der mit seiner humanen Architektur immer den Menschen in den Mittelpunkt gestellt hat.

Für die virtuelle Besichtigung hat der Fotograf Marcel Heuer das Foyer und den Saal neu fotografiert und auch die technische Umsetzung realisiert. Von unterschiedlichen Standpunkten aus ermöglichen die Aufnahmen dabei einen Rundblick von 360 Grad. Zudem besteht die Möglichkeit, sich die Baugeschichte und einige der Architektur-Details per Audio-Clip erläutern zu lassen. Erreichbar ist der Rundgang über die Website der Theater und Philharmonie Essen (www.theater-essen.de). Die digitale Tour startet im Kassenbereich am Haupteingang. Von dort aus kann sich der*die Besucher*in per Mausklick oder Fingertipp durch das Gebäude navigieren. Die Erläuterungen sind optional abrufbar. Das Angebot ist kostenlos.

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Eröffnet wurde das Aalto-Theater 1988. Bereits 1959 gewann Alvar Aalto den Architektenwettbewerb für den Neubau. Bis zur Realisierung seiner Pläne sollten fast 30 Jahre vergehen, in denen sich Diskussionen über den geplanten Bau, Zweifel an der Realisierbarkeit und neue Anläufe zur Verwirklichung abwechselten. Die Eröffnung erlebte Alvar Aalto nicht mehr, er starb 1976. Die Verzögerungen hatten immerhin ein Gutes: Als Architektur längst der klassischen Moderne zuzurechnen, erfüllt das Aalto-Theater auch im Hinblick auf Gebäude und Bühnentechnik sowie Energieeffizienz modernste Ansprüche.