Ein Sprachlabor für Flüchtlingskinder

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Malisa und Irafan an den PC-Arbeitsplätzen im neuen Sprachlabor. Foto: Dr. Jürgen Winkelmann
Malisa und Irafan an den PC-Arbeitsplätzen im neuen Sprachlabor. Foto: Dr. Jürgen Winkelmann

Mettmann. In der städtischen Flüchtlingsunterkunft an der Hasseler Straße hat der Kinderschutzbund mit Unterstützung vieler Helfer ein Sprachlabor für Flüchtlingskinder eingerichtet.

„Die deutsche Sprache ist das A und O für alle, die nach Deutschland kommen und hier bleiben wollen. Ohne Sprache gibt es keine Chance auf Bildung und einen guten Abschluss“, so Dr. Jürgen Winkelmann, der Vorsitzende des Mettmanner Kinderschutzbundes. Sprache sei der Schlüssel zur Integration.

An vier PC-Plätzen können sie ihre Deutschkenntnisse verbessern. Betreut und unterstützt werden sie dabei von ehrenamtlichen Helfern, die von Angela Mäder, der Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes, für das Projekt gewonnen werden konnten.

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Die Idee, ein Sprachlabor für Flüchtlingskinder einzurichten, hatte Beate Zimmer, die als Mitarbeiterin der Stadtverwaltung für die Schulsozialarbeit an der Grundschule Herrenhauser Straße und der Astrid-Lindgren-Schule zuständig ist und festgestellt hatte, dass wegen Corona bei den Flüchtlingskindern Defizite beim Erlernen der deutschen Sprache entstanden waren. Zusammen mit den Schulleiterinnen Birgit Krohm (Grundschule Herrenhauser Straße) und Anja Schlösser-Schnelting (Astrid-Lindgren-Grundschule) vertiefte sie die Idee, ein Sprachlabor in der Flüchtlingsunterkunft in Metzkausen einzurichten, in der viele Familien untergebracht sind. Davon hörte Dr. Winkelmann, war davon sofort begeistert und erklärte sich bereit, die Koordination dieses Projekts zu übernehmen.

Denn auch in der Nachhilfebetreuung des Kinderschutzbundes waren Lerndefizite bei den Flüchtlingskindern aufgefallen. Kein Wunder, waren wegen  Corona viele zusätzliche Förderangebote für Migrantenkinder an den Schulen ausgefallen. Im Sprachlabor sollen die Kinder nun ihre Defizite aufholen und Gelerntes vertiefen.

„Um das Sprachlabor zu realisieren, haben viele Institutionen hervorragend zusammengearbeitet“, sagte Dr. Jürgen Winkelmann während einer kleinen Feierstunde zur Einweihung des Sprachlabors und bedankte sich bei allen Unterstützern. Das Ehepaar Andrea und Thomas Buckard finanzierte die Erstausstattung der Räume mit Rechnern, Tischen und Stühlen, die Stadt stellte die Räumlichkeit zur Verfügung und unterstützte das Projekt tatkräftig.

Die Schwestern Anka und Julia Herbster, beide freischaffende Künstlerinnen, haben im Rahmen eines Kunstprojekts des IKZ Mettmann und der MuKuTaThe-Werkstatt e.V. Köln – gefördert durch den Landeskunstschuldienst – den Raum, in dem das Sprachlabor eingerichtet wurde, zusammen mit Flüchtlingskindern gestrichen und mit ihnen die Möbel zusammengebaut. Außerdem beteiligte sich das Kreisintegrationszentrum an dem Projekt. „Alles in allem eine großartige Gemeinschaftsleistung, von der nun viele Kinder profitieren werden. Ein ganz besonderer Dank Dr. Winkelmanns galt dem städtischen Integrationsbeauftragten Frederic Kipp. „Er ist die Seele von dem, was hier in drei Monaten aufgebaut wurde“, so der Vorsitzende des Kinderschutzbundes.