„Nur wer wählen geht, kann mitentscheiden“

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Rufen die Menschen auf, zur Wahl zu gehen: Die Bürgermeister Rainer Ritsche, Dirk Lukrafka und Michael Beck, hier beim Baubeginn für das neue Klinikum Niederberg. Foto: Mathias Kehren

Kreis Mettmann. Im Fernsehen und auf Plakaten ringen die Kandidatinnen und Kandidaten noch um die Gunst der Wählerschaft. Doch viele haben sich längst entschieden und bereits gewählt.

Der Anteil der Briefwähler dürfte bei der kommenden Bundestagswahl neue Rekordwerte erreichen. In Velbert beispielsweise hatten bis Mitte der Woche 21.000 Menschen Briefwahl beantragt. Das sind gut 40 Prozent der 52.000 Wahlberechtigten überhaupt.

In Wülfrath beispielsweise hatten bis Donnerstag, 12 Uhr, der Woche 5.231 Menschen Briefwahl beantragt. Das sind etwa 34 Prozent der rund 15.380 Wahlberechtigten überhaupt. Zum Vergleich: Bei der letzten Bundestagswahl gab es in der Kalkstadt 3.700 Menschen, die per Briefwahl ihre Stimme abgaben.

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Die Verschiebung hin zur Briefwahl dürfte Gründe auch in der Corona-Pandemie haben, denn per Briefwahl ist es möglich, seine Stimme abzugeben, ohne überhaupt ins Wahllokal zu müssen. Aber es besteht auch die Möglichkeit, bereits vorab im Briefwahlbüro zu wählen.

Die seit Mittwoch in neuer Fassung vorliegende Corona-Schutzverordnung des Landes NRW weist noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass in den „Brief- und Urnenwahlräumen“ sowie auf den Wegen dahin Maskenpflicht gilt.

Die Stadt Velbert empfiehlt in ihrem Hygienekonzept zur Wahl beispielsweise, „möglichst einen eigenen Stift mitzubringen“. Abstände von 1,50 Meter seien einzuhalten. Außerdem werde der Wahlraum „gut durchlüftet“.

Velberts Bürgermeister Dirk Lukrafka ruft alle Bürgerinnen und Bürger auf, bei der Bundestagswahl am 26. September ihr Wahlrecht zu nutzen und zu einer hohen Wahlbeteiligung beizutragen: „Üben Sie Ihr Grundrecht aus und gehen Sie wählen! Stärken Sie unsere Demokratie und bestimmen Sie die Zukunft unseres Landes mit!“

In Heiligenhaus sind die organisatorischen Vorbereitungen für die Bundestagswahl am nächsten Sonntag, bis auf die noch ausstehende Schulung der Wahlvorstände, vollständig abgeschlossen. Auch hier vermeldet die Stadt mit mehr als 35 Prozent eine große Nachfrage bei der Briefwahl. Für eine schnellere Auszählung sind bereits zwei weitere Briefwahlvorstände gebildet worden.

„Nutzen Sie die Gelegenheit und machen von Ihrem Wahlrecht am Wahlsonntag Gebrauch“, appelliert der Heiligenhauser Bürgermeister Michael Beck. Noch bis Freitag, 24. September, 18 Uhr können Briefwahlunterlagen beantragt werden.

Wülfraths Bürgermeister Rainer Ritsche erinnert daran, dass freie Wahlen „leider längst nicht in allen Ländern selbstverständlich sind“. Er appelliert daher an alle Stimmberechtigten, das Wahlrecht wahrzunehmen: „Wählen zu dürfen, ist ein hohes Privileg, auf das niemand verzichten sollte“, sagt Ritsche. „Nur wer wählen geht, kann aktiv mitentscheiden, durch welche politischen Ansätze unser demokratisches Zusammenleben in den nächsten vier Jahren geprägt werden wird“. Und Wülfraths Bürgermeister ergänzt: „Ohne Ihre Stimme überlassen Sie diese Entscheidung anderen.“