Museum öffnet: Interaktive Ausstellung über die Geschichte der Schlösser

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Museumleiterin Dr. Yvonne Gönster hat das neue Ausstellunsgkonzept maßgeblich entwickelt. Der Schlüsselbund rechts in ihrer Hand ist die „Eintrittskarte“ - sie eröffnet den Besuchern Zugang zu den interaktiven Exponaten. Foto: Mathias Kehren
Museumleiterin Dr. Yvonne Gönster hat das neue Ausstellunsgkonzept maßgeblich entwickelt. Der Schlüsselbund rechts in ihrer Hand ist die „Eintrittskarte“ - sie eröffnet den Besuchern Zugang zu den interaktiven Exponaten. Foto: Mathias Kehren

Velbert. Das Schloss- und Beschlägemuseum öffnet wieder. Nach gut zwei Jahren Bau- und Entwicklungspause hat es erstmals in seiner über 90-jährigen Geschichte ein eigenes Gebäude bekommen. Am Wochenende findet ein Eröffnungsfest statt (Link zum Artikel).

Die Dauerausstellung über die Historie von Schloss und Beschlag ist im hochmodernen Neubau untergebracht. Über einen Verbindungsbau gelangen die Besucherinnen und Besucher barrierefrei und trocken in die historische Villa Herminghaus, wo künftig wechselnde Sonderausstellungen gezeigt werden. Im Frühjahr 2022 soll hier auch ein Escape Room eröffnen.

Die Fassade des Neubaus in gebürstetem, silbrig glänzendem Aluminium – in Anlehnung an die hiesige Metallindustrie – steht im Kontrast zu der historischen Villa Herminghaus, Baujahr 1885. Fassade und Außenanlagen werden nachts stimmungsvoll durch indirektes Licht in Szene gesetzt.

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Im Foyer des Museums sind die Tourist-Information von Velbert Marketing und das Kundencenter der Verkehrsgesellschaft Velbert untergebracht. Dahinter gelangen die Besucher in die knapp 500 Quadratmeter große Ausstellungshalle.

Beginnend im Neolithikum, vor etwa 7.500 Jahren, ist die Ausstellung in zehn Abschnitte unterteilt. Über die Zeit der alten Römer, das Mittelalter und die Renaissance geht es weiter bis in die Gegenwart und Zukunft.

Jede Epoche wird durch ein eigenes Haus dargestellt, das in Form und Gestaltung der jeweiligen Zeit entspricht. Getreu dem Leitmotiv „Unsicher – Sicher“ werden stets die Gefahren oder Herausforderungen einer Epoche dargestellt und zugleich gezeigt, wie die Menschen sich gegen diese geschützt haben.

Es werden gut 1.000 Exponate ausgestellt, von kleinen römischen Ringschlüsseln bis hin zum Herzstück der Sammlung – der Wönnemann‘ schen Schmiede. Ergänzt werden die Exponate durch digitale Stationen und Filme, die spannende Ein­blicke in die Lebens- und Arbeitswelt der gezeigten Epochen bieten.

Superheldin Kyra

Mit Superheldin Keyra, die eigens für das Museum entworfen wurde, geht es für die kleinen Besucher auf Entdeckungsreise durch die Ausstellung. Für sie gibt es Schaukästen auf Augenhöhe und spannende Rätsel, die gelöst werden wollen.

Der Neubau, für den Mitte November 2018 der Grundstein gelegt worden ist, und die Außenanlagen haben rund 4,8 Millionen Euro gekostet. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium des Innern und vom Heimatministerium NRW über das Städtebauförderprogramm „Stadtumbau West“.

Die Museumsleitung liegt bei Dr. Yvonne Gönster. Die promovierte Archäologin hat 2016 bei der Stadt Velbert begonnen. Später übernahm sie zunächst die Projektleitung für das neue Museum und im September 2021 dessen Leitung.

Das Museum ist dienstags bis sonntags täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Besucher müssen die 3G-Regel beachten. Während der ersten zwei Monate ist der Eintritt frei. An diesem Wochenende findet ein Eröffnungsfest statt.

Erstmals im eigenen Gebäude

Das Deutsche Schloss- und Beschlägemuseum ist weltweit das einzige wissenschaftlich geführte Museum für Schließ- und Sicherheitstechnik.

Seine Ursprünge gehen auf das Jahr 1928 zurück, in dem es als Heimatmuseum für die vorherrschende hiesige Industriesparte gegründet wurde. Ab 1936 war es als „Deutsches Schlossmuseum“ im Keller des Rathauses untergebracht, bevor es im Jahr 1982 ins Forum Niederberg wechselte. Dort gingen im Juli 2019 wegen der anstehenden Umbauarbeiten zum „Bürgerforum“ die Lichter aus. Mit der Neueröffnung hat das Schloss- und Beschlägemuseum nun erstmals ein eigenes Gebäude und somit auch eine eigene Adresse bekommen.