„Black Friday“: Betrüger wollen mit Fake-Shops Kasse machen

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Ein Mann tippt auf einem Tablet. Foto: Verbraucherzentrale NRW
Ein Mann tippt auf einem Tablet. Foto: Verbraucherzentrale NRW

Düsseldorf. Am Black Friday versprechen Online-Shops die besten Deals des Jahres und überbieten sich mit Rabatten und Sonderangeboten. Die Verbraucherzentrale NRW mahnt zu Vorsicht.

Wer tatsächlich beim Online-Einkauf Geld sparen möchte, solle sich jedoch nicht von reißerischen Werbeversprechen blenden lassen, so die Verbraucherzentrale: „Bei vielen vermeintlichen Super-Schnäppchen spart man deutlich weniger als gedacht“, sagt Iwona Husemann, Juristin bei der Verbraucherzentrale NRW. „Gerade zum Black-Friday sollte man besonders vorsichtig sein, damit man nicht in die Falle eines Fake-Shops tappt.” Die folgenden Tipps geben die Verbraucherschützer Verbrauchern an die Hand:

Rabatte prüfen

Viele der fantastischen Sparpreise beruhen auf einem Vergleich mit den unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller (UVP). Tatsächlich kassiert jedoch kaum ein Händler die als Mondpreise in Verruf gekommenen UVP.

Stichproben der Verbraucherzentrale NRW in den vergangenen Jahren offenbarten: Durchschnittlich lagen die Preisreduzierungen an solchen Rabatttagen statt versprochener 50 Prozent oder mehr in Wirklichkeit bei unter 20 Prozent. Wer ein Auge auf ein ganz bestimmtes Produkt geworfen hat, sollte schon im Verlauf des Jahres die Preise im Blick haben. Denn wer den Ursprungspreis kennt, kann Fake-Rabatte gut durchschauen.

Preise vergleichen

Mit ablaufenden Balken, die angeblich die kleiner werdenden Lagerbestände anzeigen, oder tickenden Uhren, die das Ende der Rabatt-Aktion ankündigen, versuchen Online-Shops ihre Kundschaft unter Druck zu setzen. Verbraucher sollten sich von solchen Tricks jedoch nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Oft gibt es dasselbe oder ein vergleichbares Produkt auch bei einem anderen Anbieter, womöglich sogar zu einem günstigeren Preis. Daher ist es ratsam, Preise bei verschiedenen Shops mithilfe von Preissuchmaschinen zu vergleichen. Erst wenn sich ein Sonderangebot mit Suchen in zwei Preissuchmaschinen nicht unterbieten lässt, kann sich der Klick auf den Kaufen-Button mit großer Sicherheit lohnen.

Spuren im Netz verwischen

Die meisten Online-Shops ändern ihre Preise ständig. Welche Ware zu welchem Preis angezeigt wird, hängt teils von der Tageszeit, aber auch vom Surfverhalten der Käufer, ihrem Wohnort oder ihrem verwendeten Endgerät ab. Es empfiehlt sich daher, möglichst anonym im Netz zu shoppen, indem Cookies regelmäßig gelöscht werden, der Inkognito-Modus im Browser aktiviert wird und die IP-Adresse verborgen wird.

Vorsicht vor Fake-Shops

Gerade an großen Rabatt-Tagen, wenn viele Händler mit Schnäppchen werben, steigt die Gefahr, in eine Betrugsfalle zu tappen. Fake-Shops sind auf den ersten Blick schwer zu erkennen. Teilweise sind sie Kopien real existierender Websites.

Daher gilt: Als bevorzugte Bezahlmethode sollte Rechnung oder Lastschrift gewählt werden. Wenn nur per Vorkasse bezahlt werden kann, ist Vorsicht geboten. Nach geleisteter Vorauszahlung wird nicht selten minderwertige Ware verschickt, mitunter wird das Produkt auch gar nicht geliefert.

Widerrufsrecht nutzen

Falls die Stornierung bei einem Händler nicht klappen sollte und das Produkt doch nicht so günstig war wie gedacht, bleibt der Widerruf. Dieser ist bei einem Onlinekauf in der Regel ohne Angabe von Gründen bis zu 14 Tage nach Lieferung des Produkts gestattet. Allerdings kann es sein, dass dafür Rücksendekosten anfallen. Die jeweiligen Vorgaben eines Händlers sollten daher vor dem Kauf geprüft werden.

Weitere Informationen zur Rabatt-Aktionen im Online-Handel gibt es auf der Homepage der Verbraucherzentrale NRW: www.verbraucherzentrale.nrw.