Verteidiger fordert Freispruch für Dinslakener IS-Terrorist

43
Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild
Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Düsseldorf. Der wegen Mordes angeklagte IS-Terrorist Nils D. aus Dinslaken muss nach Ansicht seines Verteidigers freigesprochen werden.

-Anzeige-

Nichts spreche dafür, dass er einen Gefangenen des IS in Syrien gefoltert und getötet habe, sagte Anwalt Lars Brögeler am Mittwoch in seinem Plädoyer am Düsseldorfer Oberlandesgericht. Die Aussagen mehrerer Zeugen seien voller Widersprüche gewesen.

Der 31-jährige Angeklagte verzichtete auf sein Recht des letzten Wortes: «Ich habe nichts zu sagen», sagte er und verwies auf das Plädoyer seines Anwalts. Nils D. hatte zu den Tatvorwürfen geschwiegen und sich auf seine Aussage aus dem ersten Prozess gegen ihn berufen. Der neue Prozess dauert bereits seit mehr als zwei Jahren an.

Die Bundesanwaltschaft hat für den Dinslakener lebenslange Haft wegen Mordes gefordert und die Feststellung der besonderen Schwere seiner Schuld. «Er hat regelmäßig und systematisch gefoltert», hatte der Anklagevertreter gesagt. Einer der von ihm gefolterten Gefangenen zu Tode gekommen.

Der inzwischen 31 Jahre alte Angeklagte war im März 2016 als IS-Terrorist zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er gehörte der berüchtigten «Lohberger Brigade» von Salafisten aus dem Zechenviertel Dinslaken-Lohberg an, die sich in Syrien dem IS angeschlossen hatten.

Nach seiner ersten Verurteilung tauchten ehemalige Gefangene auf, die aussagten, er sei in einem Gefängnis einer der Folterer gewesen. Das Urteil soll nach Angaben des Gerichts am kommenden Freitag verkündet werden.