Verdi-Landeschefin Schmidt: Stimmung ist „aufgeheizt“

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Eine Warnweste mit der Aufschrift «ver.di». Foto: Tom Weller/dpa/Symbolbild
Eine Warnweste mit der Aufschrift «ver.di». Foto: Tom Weller/dpa/Symbolbild

Düsseldorf. Zum Auftakt des großen Warnstreik-Tages im Öffentlichen Dienst mit einer Großkundgebung vor dem Düsseldorfer Landtag hat Verdi-NRW-Chefin Gabriele Schmidt die Stimmung bei den Demonstrierenden als aufgeheizt bezeichnet.

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«Die Stimmung ist schon eine sehr aufgeheizte», sagte Schmidt im Interview des Radiosenders WDR 5 am Donnerstagmorgen. «Die Beschäftigen sind dermaßen sauer, dass sie gerade in der jetzigen Lage der Pandemie auf die Straße gehen müssen, weil die Arbeitgeber null bieten.»

Vor der dritten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst der Länder am kommenden Wochenende in Potsdam wollen die Gewerkschaften mit der Großveranstaltung an diesem Donnerstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi rechnete mit mehreren tausend Teilnehmenden vor dem nordrhein-westfälischen Landtag. Als Redner wurden gegen 13.00 Uhr Verdi-Chef Frank Werneke und der Bundesvorsitzende des Beamtenbundes (dbb), Ulrich Silberbach, erwartet.

Schmidt verteidigte den Zeitpunkt der Warnstreik-Maßnahmen. Trotz voller Intensivstationen waren nach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden auch zahlreiche Beschäftigte der Unikliniken bundesweit auf die Straße gegangen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hat in der Auseinandersetzung bisher kein Angebot unterbreitet.

«Wir machen uns sehr viele Gedanken, gerade was die Kliniken betrifft», sagte Landesbezirksleiterin Schmidt und verwies auf die «Notdienstvereinbarungen». Man streike mit Bedacht. «Wir tragen Vorsorge, die Beschäftigten tragen Masken, obwohl sie draußen sind, wir streiken mit Abstand. Wir halten alle Regeln ein», erläuterte sie. «Wir haben aber ein bisschen das Gefühl, dass die Arbeitgeber es genau darauf anlegen, dass wir nicht in der Lage sind, zu streiken.»

Gerade im Gesundheitswesen und der Pflege herrsche ein «wahnsinniger Arbeitsdruck» und extrem Belastung, sagte Schmidt: «Das führt dazu, dass sie den Beruf verlassen. Aber Geld heißt auch ein Stück weit Anerkennung. Und wenn sich die Arbeitgeber an die Verhandlungstische setzen und sagen: Nichts, null gibt es – und sogar noch an Stellen schlechtere Eingruppierungen wollen, dann treibt das die Menschen geradezu in die Flucht in diesem Beruf.»

Verdi fordert für alle Beschäftigten im Öffentlichen Dienst unter anderem eine Einkommenserhöhung um fünf Prozent, mindestens aber 150 Euro bei einer Laufzeit von einem Jahr. Die Löhne und Gehälter im Gesundheitswesen sollen tabellenwirksam um 300 Euro pro Monat angehoben werden, die Ausbildungsvergütungen um 100 Euro.