Bürgerhaus-Geschichten: Zeitreise mit Anekdoten von Oma und Opa

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An sechs Stationen im Bürgerhaus können Besucher den Geschichten lauschen, unter anderem im Großen Saal. Foto: Volkmann
An sechs Stationen im Bürgerhaus können Besucher den Geschichten lauschen, unter anderem im Großen Saal. Foto: Volkmann

Velbert. Im Bürgerhaus Langenberg können Besucher an sechs digitalen Hörstationen Geschichte erleben. 

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Die Velberter „Kulturloewen“ verbinden im Historischen Bürgerhaus Langenberg Altes mit Neuem: Altes, weil es um Erzählungen aus der Vergangenheit geht; Neues, weil moderne Erzähltechnik eingesetzt wird, um Besuchern das Gebotene näherzubringen. Sechs Stationen haben die Akteure an neuralgischen Punkten des Bürgerhauses verteilt, um Erinnerungen erlebbar zu machen. Das Projekt „Bürgerhaus-Geschichten“ ist aber mehr als eine Geschichtsstunde, es ist eine Reise in die Vergangenheit – informativ und emotional. Es ist ein Gefühl, das bei einem Besuch bei den Großeltern aufkommt: Dort am Küchentisch sitzend, lauscht man den Anekdoten von Oma und Opa. Im Bürgerhaus ist das ähnlich, nur in einem größeren Rahmen.

Im Jahr 2019 hatten die Kulturloewen erstmals über die Idee gesprochen, verrät Teamleiterin Melanie Dunsmore. Dann nahm alles seinen Lauf: Erste Planungen, Konzepterstellung, Recherche und letztendlich Tonaufnahmen der Geschichten. Dahinter stecken Erinnerungen von 13 Seniorinnen und Senioren, aufbereitet von der Autorin Dorle Trachternach, technisch verarbeitet von Sounddesigner Christian Kreymborg.

Tanja Meurers von den Kulturloewen erläutert, was hinter der Idee der Hörstationen steckt. Foto: Volkmann
Tanja Meurers von den Kulturloewen erläutert, was hinter der Idee der Hörstationen steckt. Foto: Volkmann

Bei einem Spaziergang durch das Bürgerhaus können Besucher sich auf Zeitreise begeben, benötigt wird dafür lediglich ein Smartphone, mit dem man die an den Stationen angebrachten QR-Codes scannt. Für noch mehr Immersion sorgen mitgebrachte Kopfhörer, die einen noch tiefer – und auf eine intimere Weise – in die Geschichte eintauschen lassen.

Nach dem Rundgang ist klar: Das Bürgerhaus ist weitaus mehr als ein historisches Gebäude. Es ist Spielzimmer, Sportstätte, Tanzsaal, Nische zum Kuscheln, später auch Lazarett – es ist ein Sehnsuchtsort für jene, die Geschichten heute nicht nur erzählen, sondern früher erlebt haben. Sie zu begleiten, ermöglichen die Kulturloewen mit dem neuen Format. Das könnte es übrigens auch in andere Stadtteile schaffen. Melanie Dunsmore verrät, dass man Ähnliches auch im Forum Niederberg oder dem Schloss Hardenberg in Neviges umsetzen könnte. Einfach zu Hause hören? Rein technisch wäre das zwar möglich, besser sei allerdings ein Besuch vor Ort, so Dunsmore: „Das hat eine andere Tiefe, ist emotionaler“.

Von einem dynamischen Projekt spricht Tanja Meurers, die für die Kulturloewen im „Audience Development“ aktiv ist, an dem Projekt beteiligt war und „viel Zeit in den Archiven“ verbracht hat. „Es geht weiter“, meint Meurers und bezieht sich auf Geschichten, von denen man im Nachhinein erfahren habe – in Gesprächen, auch übers Telefon. Mit jedem Schritt in Begleitung der Senioren durch das Bürgerhaus wird deutlicher, was sie meint: Immer wieder kommen neue Erinnerungen hoch.

Die Kulturloewen führen in Kleingruppen durch das Bürgerhaus, derzeit unter Corona-Maßnahmen: Es gilt 2G. Der Start ist Ende November. Termine und Informationen unter www.kulturloewen.de.