Corona-Kontakt-App: Staatsanwaltschaft Bochum wollte Daten

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Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Bochum. Die Staatsanwaltschaft Bochum hat in einem Ermittlungsverfahren versucht, auf die Daten einer App für die Corona-Kontaktverfolgung zuzugreifen.

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Bei dem Verfahren wegen Körperverletzung sollten mit einer gerichtlichen Anordnung die Daten aus der Web-App «Recover» erhoben werden, wie die Staatsanwaltschaft Bochum am Freitag mitteilte. «Aufgrund technischer Probleme erfolgte indes keine Sicherung und Auswertung der Daten.»

Zuvor hatte der «Kölner Stadt-Anzeiger» berichtet. Demnach seien die Ermittler mit einem Durchsuchungsbeschluss beim Kölner Betreiber der App erschienen. Mit den Daten aus der App wollten die Beamten laut «Kölner Stadt-Anzeiger» einen bisher unbekannten Schläger ausfindig machen, der einen anderen Mann in einem Lokal schwer verletzt haben soll.

Ähnlich wie mit der Luca-App können sich Gäste mit der Anwendung «Recover» in einem Restaurant registrieren. Die Daten können dann vom Gesundheitsamt für die Corona-Kontaktverfolgung genutzt werden.

Ein ähnlicher Fall hatte vor kurzem in Mainz in Rheinland-Pfalz für Aufsehen gesorgt. Dort hatte die Polizei bei Ermittlungen zu einem Todesfall auf Daten von Besuchern einer Gaststätte aus der Luca-App zugegriffen. Dafür habe keine hinreichende rechtliche Grundlage bestanden, hatte die Staatsanwaltschaft eingeräumt und sich entschuldigt.