„Clusterkopfschmerz“ – wenn Schmerzmittel keine Alternative mehr sind

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Fachleute unterscheiden bis zu 200 Arten von Kopfschmerzen, Spannungsschmerz und Migräne sind darunter am häufigsten. Foto: Helios
Fachleute unterscheiden bis zu 200 Arten von Kopfschmerzen. Spannungsschmerz und Migräne sind darunter am häufigsten. Foto: Helios

Velbert. Das Helios-Klinikum Niederberg informiert über die Arbeit der Abteilung „Multimodale Schmerztherapie“. In einer Kombination aus medikamentöser und therapeutischer Behandlung geht es hier unter anderem darum, das Patienten schmerzbedingter Verhaltensmuster“ verlernen.

Kopfschmerzen kennt fast jeder von uns, doch es ist ein sehr weites Feld. Fachleute unterscheiden über 200 verschiedenen Arten von Kopfschmerzen. Die am häufigsten auftretenden Formen sind dabei der Spannungskopfschmerz und die Migräne. Der Clusterkopfschmerz gehört zu einer eher seltenen Form von Kopfschmerzen.

Clusterkopfschmerzen treten anfallsartig und oftmals episodisch mit jahreszeitlicher Betonung im Frühjahr und Herbst auf. Die Anfälle selber beginnen meist nachts oder in den frühen Morgenstunden mit typischerweise schnellem Beginn, einer Dauer von 30-180 Minuten und abruptem Ende. So ging es auch Frau Meyer, die seit vergangenem Frühjahr erneut dauerhaft an Kopfschmerzattacken litt. Bereits in der Vergangenheit waren solche Episoden bei ihr aufgetreten. „Es war als würde mir jemand permanent eine laufende Bohrmaschine an den Kopf halten“, so beschreibt die Patientin ihren Schmerz.

Letztlich wurden die Kopfschmerzen so stark, dass die Heiligenhauserin kaum noch vor die Tür ging. Ausflüge und sogar Spaziergänge an der frischen Luft waren aufgrund der Schmerzen kaum noch möglich. Menschen-Ansammlungen undenkbar. Denn jedes Geräusch sägte buchstäblich an ihren Nerven.

Als selbst ihr Schmerztherapeut mit seinen Mitteln nicht mehr weiterhelfen konnte, empfahl er Frau Meyer die Multimodale Schmerztherapie am Helios Klinikum Niederberg.

Bei Carolin Rademacher, Sektionsleitung der Multimodalen Schmerztherapie, und ihrem Team, fühlte sie sich sofort gut aufgebhoben: „Ich kann nur Positives berichten. Ich bin ja mehr oder weniger völlig unbedarft zur Behandlung erschienen. Die gesamten Abläufe der Therapie, die Versorgung und die Aufmerksamkeit, die mir auf der Station entgegengebracht wurde, haben mich nachhaltig beeindruckt“, erzählt Frau Meyer begeistert.

Knapp über zwei Wochen dauerte die stationäre Behandlung, die u.a. eine Sauerstoff-therapie, tägliche Physiotherapieeinheiten mit dem Schwerpunkt auf Ausdauer und Entspannung, sowie unterstützend eine medikamentöse Therapie beinhaltete.

„Die Patientin kam mit der Hauptdiagnose Clusterkopfschmerz und einer Migräne als Nebendiagnose zu uns“, sagt Frau Rademacher. „Clusterkopfschmerzen sind sehr starke primäre Kopfschmerzen, hier reichen frische Luft und Bewegung nicht aus, um diese zu behandeln. Eine individuell abgestimmte Schmerztherapie kann Linderung verschaffen und dafür sorgen, dass der Kopfschmerz nicht mehr auftritt“, führt die Medizinerin aus.

Im Therapieverlauf fand auch eine psychologische Betreuung statt. Zusätzlich wurde die Behandlung mit einer Musiktherapie und einer transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS) sowie Wärmebehandlung gestärkt.

Das Therapiemodell der Multimodalen Schmerztherapie wird den meisten Patienten empfohlen, die an chronischen Schmerzen leiden. Die Ziele einer Multimodalen Schmerztherapie sind unter anderem das „Verlernen“ schmerzbedingter Verhaltensmuster. Die Multimodale Schmerztherapie ist eine Kombination aus medikamentöser und therapeutischer Behandlung und erfolgt nach einem persönlichen Behandlungsplan mit individuellen Therapiezielen.

Nach langen Monaten voller Schmerzen freut sich Frau Meyer nun wieder ihre Tochter und ihre beiden Enkel auf Fehmarn besuchen zu können und das Leben in vollen Zügen zu genießen.

„Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für die gute Behandlung bedanken. Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt und bin endlich wieder schmerzfrei,“ freut sich Frau Meyer.