Eigentümerverband: Wohnraum für Durchschnittsverdiener bezahlbarer

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Blick auf die Fassade eines Wohnhauses. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Blick auf die Fassade eines Wohnhauses. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Düsseldorf. Die Mieten in Nordrhein-Westfalen sind laut einer Studie vielerorts langsamer gestiegen als die Einkommen von Durchschnittsverdienern.

Wie der Eigentümerverband Haus & Grund am Dienstag mitteilte, stieg der Bruttolohn eines Vollzeitbeschäftigten in NRW von 2015 bis 2020 im Durchschnitt um 9,2 Prozent auf 3471 Euro – im Jahr 2015 waren es noch 3178 Euro. Bei Bestands-Kaltmieten erhöhte sich der Preis im gleichen Zeitraum demnach um 3,8 Prozent auf 6,48 Euro pro Quadratmeter. Bei Neuvertragsmieten stieg der Wert um 4,6 Prozent auf 6,83 Euro pro Quadratmeter.

Der Deutsche Mieterbund NRW kritisierte die Studie. Es gebe den Durchschnittsverdiener in der Realität immer weniger, erklärte Geschäftsführer André Juffern. Viele Haushalte lägen weit unter den Einkommenssteigerungen. Laut Juffern ist eine Orientierung an der Mietbelastungsquote sinnvoller, also an Haushalten, die mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für Miete ausgeben. Darüber hinaus zweifelte er die Datengrundlage bei Neuvermietungen an: «Besonders in den Großstädten steigen diese in den letzten Jahren ungebremst. Selbst in den wenigen Kommunen, in denen die Mietpreisbremse gilt, wird sie regelmäßig ignoriert.»

Für die Erhebung der Studie beruft sich Haus & Grund auf Daten der Bundesagentur für Arbeit, die jährlich Tabellen zu den sozialversicherungspflichtigen Bruttoarbeitsentgelten veröffentlicht. Bei den durchschnittlichen Mieten stützt sich Haus & Grund auf den Mietspiegelindex des Beratungsunternehmens F+B. Die Mietpreise des Index beruhen auf Berechnungen auf Basis von Angebotsmieten.