NRW-Ministerpräsident Wüst: Otte hat in CDU nichts verloren

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Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild
Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Düsseldorf/Berlin. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident und CDU-Landeschef Hendrik Wüst hat den Vorsitzenden der konservativen Werte-Union, Max Otte, zum Austritt aus der CDU aufgefordert.

«Herr Otte sollte die CDU verlassen. Er hat bei uns nichts verloren», sagte Wüst der «Rheinischen Post (Mittwoch). Wüst sprach sich für ein Parteiausschlussverfahren aus, falls Otte für die AfD für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren werde. Die CDU stehe für ein christliche Menschenbild, für ein freiheitliches und respektvolles Miteinander. «Das, was ich von Herrn Otte wahrnehme, hat nichts mit der CDU zu tun». Die CDU in Köln sieht die Voraussetzungen für einen Parteiausschluss als gegeben an, zitierte die Zeitung den Kreisvorsitzenden Bernd Petelkau. Otte ist dort Mitglied.

Zuvor hatte bereits CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt Otte den Austritt aus der CDU nahe gelegt. Das erwarte er, nachdem Otte dem Ansinnen der AfD, ihn zum Kandidaten für das Bundespräsidentenamt zu machen, nicht sofort aktiv widersprochen habe. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU), nannte eine Kandidatur für eine andere Partei, insbesondere für die AfD, «absolut indiskutabel.» Ein solches «parteischädigendes Verhalten» müsse zwingend zu einem Ausschluss führen.

Otte hatte auf die Frage der Deutschen Presse-Agentur, ob er für die AfD antreten werde, erklärt: «Die Kandidatur als Bundespräsident angetragen zu bekommen, ist eine der größten Ehren, die einem widerfahren kann.» Er fügte hinzu: «Das Amt bietet die Chance, zu heilen, zu versöhnen, zu ermahnen. Ich berate mich mit meiner Familie und denke intensiv darüber nach.»