OVG verhandelt Streit um Nachtflugverkehr in Dortmund

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Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild
Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Münster. Geflogen werden darf am Flughafen in Dortmund von 6.00 bis 22.00 Uhr. Seit Jahren gibt es einen Streit um die Ausweitung der Start- und Landezeiten. Nach 2015 verhandelt das NRW-Oberverwaltungsgericht erneut zum Thema und muss über die Ausnahmeregelungen entscheiden.

Im Streit um Nachtflugverkehr am Dortmunder Flughafen verhandelt das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen am Dienstag (10.00 Uhr) und Mittwoch. Kläger sind die Stadt Unna sowie fünf Anwohner aus der Umgebung des Flughafens. Dabei geht es bei der mündlichen Verhandlung um Genehmigungen der Bezirksregierung Münster zu den auf die Nacht ausgeweiteten Betriebszeiten vom 1. August 2018.

Demnach hat der Flughafen Betriebszeiten von 6.00 bis 22.00 Uhr. In Ausnahmefällen sind dabei aber im Schnitt vier Landungen pro Tag bis 23.00 Uhr möglich. Bei unverschuldeten Verspätungen reicht die Ausnahmegenehmigung sogar bis 23.30 Uhr. Bei Starts sieht die Genehmigung Zeiten bis 22.30 Uhr vor. Wird die Zahl der genehmigten Starts und Landungen nach 22.00 Uhr übertroffen, muss die Flugaufsicht der Bezirksregierung Münster zustimmen. Die Ausnahmeregelung gilt nur für Flugzeuge mit einer lärmarmen Bauweise.

Das OVG hatte bereits 2015 eine Genehmigung aus dem Jahr 2014 gekippt. Diese war allerdings weitreichender als die aus dem Jahr 2018. Die Kläger kritisieren weiterhin, dass der Bedarf für die Ausweitung noch immer unzureichend geprüft und Aspekte des Lärmschutzes fehlerhaft berücksichtig wurden.

Wegen der Corona-Pandemie und der zahlreichen Verfahrensteilnehmer weicht das Gericht auf größere Räumlichkeiten in einem Hotel aus. Im November musste das OVG zwei Verhandlungstage in der Halle Münsterland wegen eines Corona-Falls unter den Verfahrensbeteiligten absagen.