Von Dächern am Wülfrather Rathaus kommt künftig Strom aus Sonnenenergie

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Im Hintergrund sind auf dem Dach der Diakonie schon die Träger der neuen Photovoltaikanlage zu erkennen. Bürgermeister Rainer Ritsche, Gerhard Schönberg von der Diakonie und Dr. Heiko Schell von den Stadtwerken haben das Projekt Sonnenergie von Dächern am Rathaus heute vorgestellt. Foto: Kling

Wülfrath. Auf dem Dach des Rathauses wird künftig Strom aus Sonnenenergie produziert. Auch das Gebäude der Bergischen Diakonie gleich nebenan bekommt eine Photovoltaikanlage.

Am Haus Luise von der Heyden der Diakonie steht bereits das Gerüst, an dem auch ein Banner der Stadtwerke hängt. Wer sich ein Stück vom Eingang entfernt, kann auf dem Dach schon die Träger erkennen, auf denen demnächst die Solarzellen installiert werden.

Mitte März sollen die Anlagen auf den Dächern des Rathauses und des Altenheims in Betrieb genommen werden, erklärt Dr. Heiko Schell. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Wülfrath hat zusammen mit Bürgermeister Rainer Ritsche und Gerhard Schönberg, Vorstand der Bergischen Diakonie, heute das Projekt vorgestellt.

Die Stadt hat die Photovoltaikanlage für ihr Dach ausgeschrieben. Die Stadtwerke haben diese Ausschreibung gewonnen, wobei man die Zahl der Angebote „leicht an einer Hand abzählen kann“, wie der Bürgermeister erklärt.

Auf das Dach des Rathauses bauen die Stadtwerke eine Anlage, die die Stadt anschließend kaufen wird.

Anders läuft es bei der Diakonie, die ohnehin Mieter (bei der GWG) in dem Gebäude ist. In diesem Fall tritt die Diakonie als Pächter der Anlage auf, die Stadtwerke bleiben der Betreiber mit einem Pachtvertrag über 20 Jahre.

Die Investitionskosten liegen für beide Dächer jeweils zwischen 100.000 und 120.000 Euro. Beide Anlagen sollen über eine Leistung von knapp unter 100 Kilowatt peak (kWp) verfügen, einer in der Photovoltaik gebäuchlichen Bezeichnung für die elektrische Leistung von Solarzellen unter Standardbedingungen.

In der Praxis bedeutet das, dass die Diakonie etwa 56 Prozent des Stroms, der im Laufe eines Jahres im Haus Luise von der Heyden benötigt wird, selbst erzeugen kann. Beim Rathaus werden es schätzungsweise 40 Prozent sein.

Bürgermeister Rainer Ritsche geht davon aus, dass sich die Investition in weniger als zehn Jahren für die Stadt auch finanziell rechnen wird. Die klimafreundliche Stromerzeugung startet hingegen schon im März.

Ritsche hofft, dass von dem Projekt eine Initialzündung ausgeht. „Man muss nicht mal Eigentümer sein“, wie er am Beispiel der Diakonie erklärt. Der Bürgermeister appelliert an Privatleute wie an Unternehmen, sich mit dem Thema zu beschäftigen, „auch wenn man nicht das erforderliche Geld in der Tasche hat“.

Die Stadt selbst prüft auch, auf welchen Dächern weiterer städtischer Gebäude Photovoltaik zum Einsatz kommen kann. Dazu müssen aber zum Teil erst einmal Sanierungen (Grundschule Ellenbeek) oder Erneuerungen der Elektro-Unterverteilung (Gymnasium) vorgenommen werden. Andere Dächer wie das der Sekundarschule und der Schwimmhalle sind noch an externe Betreiber von Solaranlagen vermietet.

Die neue Anlage auf dem Dach des Rathauses ist für Bürgermeister Ritsche dennoch ein wichtiger Schritt in Richtung einer klimaneutralen Stadt und deshalb „längst überfällig“.