Räumung von besetztem Waldstück in Wuppertal fortgesetzt

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Zwei Aktivisten sitzen in einem zwischen Bäumen aufgespannten Netz. Foto: David Young/dpa
Zwei Aktivisten sitzen in einem zwischen Bäumen aufgespannten Netz. Foto: David Young/dpa

Wuppertal. Die Räumung eines von Umweltaktivisten besetzten Waldstücks in Wuppertal ist am Mittwoch fortgesetzt worden.

Es seien weitere Baumhäuser und Holzkonstruktionen entfernt worden, teilte die Polizei mit. Bislang wurden ihr zufolge mehr als 20 Menschen aus den Bäumen geholt – dabei sei niemand verletzt worden. Am Abend befanden sich den Angaben zufolge noch einige Besetzer in Polizeigewahrsam, da ihre Identität zunächst nicht festgestellt werden konnte. Mehrere Mahnwachen von Aktivisten seien störungsfrei verlaufen, hieß es.

Bei dem Einsatz habe ein Spezialfahrzeug der Polizei im Wald einen Unfall gehabt, bei dem ein Beamter schwer verletzt worden sei. Er kam in ein Krankenhaus. Drei weitere Polizisten erlitten leichte Verletzungen. An dem Unfall seien keine anderen Personen beteiligt gewesen.

In Wuppertal-Vohwinkel sollen rund 1500 Bäume gefällt werden, um Platz für eine Abraumhalde der Kalkindustrie zu schaffen. Eigentümer des Waldstücks ist ein kalkförderndes Unternehmen, das die Rodung gerichtlich durchgesetzt hatte. Die Aktivisten haben Barrikaden, Baumhäuser, Hütten und Plattformen errichtet, um dies zu verhindern. Die Räumung des besetzen Waldes hatte am Dienstagmorgen begonnen und soll nach Polizeiangaben auch am Donnerstag fortgesetzt werden.

Aus Sicht der Aktivisten verlief der zweite Tag nach Räumungsbeginn ruhig, wie Marjolein Schlüter, Sprecherin der Bürgerinitiative «OsterholzBleibt» sagte. Sie kritisierte allerdings das Großaufgebot der Polizei. Sie werde das Gefühl nicht los, dass an den friedlichen Naturschützern ein Exempel statuiert werden solle.

Fridays for Future Wuppertal sieht in dem geplanten Abholzen der Bäume «einen Skandal in Sachen Umwelt- und Klimaschutz». Das Waldgebiet Osterholz ist nach Angaben der Aktivisten seit dem 15. August 2019 von Umweltschützern besetzt.