Ex-Freund verscharrt: Strafen für Täterpaar reduziert

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Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild
Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Hannover. Knapp zwei Jahre nach dem Mord an einem Mann aus Bielefeld sind die Haftstrafen für ein verurteiltes Paar aus Hannover verkürzt worden.

Der 25 Jahre alte Mann und die 27-jährige Frau müssen nach einem Revisionsurteil des Landgerichts Hannover jeweils etwa anderthalb Jahre weniger verbüßen, wie die Staatsanwaltschaft Hannover am Donnerstag bestätigte. Zunächst hatte die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» (HAZ) über das rechtskräftige Urteil vom Mittwoch berichtet. Im ersten Urteil hatten die Frau eine neunjährige und ihr Freund eine 14-jährige Haftstrafe erhalten.

Das Paar aus Niedersachsen war Anfang 2021 wegen gemeinschaftlichen Mordes an dem 28-Jährigen verurteilt worden. Sie legten Revision ein und nach einem Beschluss des Bundesgerichtshofes sollte das Strafmaß neu festgesetzt werden. Die Verurteilung der beiden Angeklagten wegen Mordes und die Unterbringung des inzwischen 25 Jahre alten Täters in der Psychiatrie hatten aber Bestand.

Die heute 27-Jährige hatte den Bielefelder im Internet kennengelernt und nach der Trennung wegen Vergewaltigung angezeigt. Doch dieses Verfahren wurde eingestellt, wie aus dem Urteil hervorgeht. Im April 2020 lockte die Frau den Mann aus Rache und Hass in die Wohnung ihres neuen Freundes – dieser ermordete ihn mit einem laut Gericht «messerscharf geschliffenen» japanischen Kurzschwert. Das Opfer wurde mit über 100 Messerstichen getötet und auf einem Friedhof verscharrt.

Die BGH-Richter hatte am ersten Urteil moniert, dass die Asperger-Erkrankung des Paares möglicherweise nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Im Revisionsurteil wurde nun unter anderem die strafschärfende Wirkung der mehr als 100 Stiche zurückgenommen.