Karnevalisten beklagen unklare Vorgaben: Richtung fehlt

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Ein leeres Schnapsfläschchen liegt auf der mit Konfetti übersäten Straße. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild
Ein leeres Schnapsfläschchen liegt auf der mit Konfetti übersäten Straße. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Köln. Fünf Wochen vor Weiberfastnacht haben führende Karnevalsvertreter angesichts der Corona-Situation mehr Klarheit für die laufende Session gefordert.

«Entgegen der Omikron-Vorhersagen der Politik von vor Weihnachten nehmen die Menschen aktuell wahr, dass Karneval in Kneipen oder im Rahmen von Saalveranstaltungen nach wie vor stattfinden darf und längst stattfindet», sagte der Präsident des Bunds Deutscher Karneval (BDK), Klaus-Ludwig Fess, am Donnerstag laut Mitteilung. «Die einzigen, die auf Wunsch der Politik freiwillig abgesagt haben, sind die ehrenamtlich agierenden Karnevalsvereine.»

Es sei immer noch unklar, ob die versprochenen finanziellen Hilfen von Bund und Land wirklich kämen, sagte Fess nach einem Treffen mit Vertretern der NRW-Landesregierung. Gleichzeitig nutzten kommerzielle Veranstalter die entstandenen Lücken. «Der Schaden für das Brauchtum ist maximal, während das Pandemiegeschehen durch unsere freiwilligen Absagen von Sitzungen praktisch nicht beeinflusst wird», sagte Fess. Laut NRW-Coronaschutzverordnung sind Veranstaltungen in Innenräumen mit bis zu 750 Personen an festen Sitzplätzen unter 2G-plus-Regeln erlaubt.

Ähnlich widersprüchlich stelle sich die Situation für den Straßen- und Kneipenkarneval dar, sagte der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn. Nach jetzigem Stand könnten Jecken sich unkontrolliert an Feierhotspots treffen und in die Kneipen strömen. «Seitens der Politik fehlt eine klare Linie», sagte Kuckelkorn. «Entweder muss es mehr in Richtung Öffnung gehen – oder die Regeln müssen verschärft werden.»

Der Kostümhändler Deiters will bis zum Karnevalssonntag (27. Februar) an allen Wochenenden Karnevalsfeiern mit Bühnenprogramm anbieten. Geplant sind Veranstaltungen mit bis zu 250 Besuchern in einem Hotel sowie mit bis zu 750 Gästen in einer Halle. Die Besucher säßen an Tischen und würden dort mit Essen bewirtet, es gelte 2G-plus, sagte Geschäftsführer Björn Lindert.