Wüst fordert Eintreten gegen Relativierung des Holocaust

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Hendrik Wüst (CDU)nimmt an einer Plenarsitzung Teil. Foto: Fabian Strauch/dpa
Hendrik Wüst (CDU)nimmt an einer Plenarsitzung Teil. Foto: Fabian Strauch/dpa

Düsseldorf. Zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) dazu aufgerufen, Versuchen der Relativierung und Bagatellisierung des Holocaust entschieden entgegenzutreten.

Mitten in Deutschland und NRW trügen Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen nachgestellte gelbe Sterne mit der Aufschrift «ungeimpft», sagte Wüst am Donnerstag in einer Gedenkstunde des Landtags. Andere Demonstranten verglichen ihre Ablehnung der Corona-Maßnahmen mit dem Widerstand etwa von Sophie Scholl gegen das NS-Regime. «Diese Anmaßung in Bezug auf die Opfer des Nationalsozialismus ist abstoßend und unerträglich», sagte Wüst.

Die Zivilgesellschaft müsse sich gegen antidemokratische Positionen und menschenverachtende Ideologien stellen, forderte Wüst. «Wir dürfen nicht schweigen.» Es mache in den letzten Jahren zunehmend den Eindruck, als trete Antisemitismus immer unverhohlener zutage und sei fast schon salonfähig geworden. «Nicht jeder Vorfall ist strafbar, doch jede antisemitische oder rassistische Äußerung ist ein Angriff auf unsere offene und vielfältige Gesellschaft», sagte Wüst.

Der 27. Januar ist in Deutschland seit 1996 ein Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Er ist der Jahrestag der Befreiung der Überlebenden des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz 1945 durch Soldaten der Roten Armee.