Moritz Müller kritisiert diplomatischen Olympia-Boykott

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Der Deutsche Moritz Müller spielt den Puck. Foto: Timm Schamberger/dpa
Der Deutsche Moritz Müller spielt den Puck. Foto: Timm Schamberger/dpa

Köln. Eishockey-Nationalmannschaftskapitän Moritz Müller kann mit der Debatte um einen möglichen Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking wenig anfangen.

«Ich finde diese Diskussion zu großen Teilen heuchlerisch», sagte der 35 Jahre alte Abwehrspieler der Kölner Haie im Interview der Deutschen Presse-Agentur vor dem Beginn der Spiele am Freitag.

«Ich als Athlet trainiere mein halbes Leben für Olympia und schaffe es schließlich, dabei zu sein, habe aber gar keinen Einfluss, wo die Winterspiele dann stattfinden. Von uns wird dann aber erwartet, das zu boykottieren – und das von Leuten, die nicht auf ihr Smartphone oder ihre Sneaker verzichten wollen», sagte Müller, der auch einer der Kandidaten als Fahnenträger des deutschen Teams bei der Eröffnungsfeier ist.

Der Silbermedaillengewinner von 2018 kritisierte auch den von den USA angeführten sogenannten diplomatischen Boykott der Spiele von einigen Politikern. Unter anderen die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte angekündigt, während der Winterspiele nicht nach Peking reisen zu wollen. «Da frage ich mich: Reist sie nur jetzt nicht hin oder reist sie nie nach China? Ich denke, die Frage können wir uns alle beantworten. Von daher ist auch das doch wieder nur Show», sagte Müller.

Er sieht selbst einige Dinge in China kritisch, freut sich aber gerade deshalb auf die Reise: «Ich wäre nie nach China in Urlaub gefahren. Es gefällt mir nicht, wie sie dort teilweise mit den Menschen umgehen und dass sie teilweise Hunde essen. Jetzt sind aber die Spiele da, und ich freue mich total darauf. Es ist doch gut, dass man sich jetzt selbst ein Bild machen kann.»